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Arbeitsplätze: Keine fixe Anzahl
Keine Parallelen zwischen Sitzplätzen in Stadien und Arbeitsplätzen

Es gibt keine fixe Anzahl von Arbeitsplätzen, die es zu besetzen gilt und über deren Maß hinaus keine weiteren Arbeitsverhältnisse zustande kommen können. Wie viel Arbeit gekauft und verkauft wird, hängt von vielen Faktoren ab. Dennoch ist der Irrglaube, es gebe eine fixe Anzahl von Arbeitsplätzen, weit verbreitet und findet seinen Niederschlag auch in der aktuellen Diskussion über Zuwanderung.

Arbeit wird gekauft und verkauft, wie andere Dienstleistungen. Mitarbeiter als Arbeitnehmer sind Verkäufer ihrer Arbeit, während Unternehmen als Arbeitgeber Käufer von Arbeit sind. Wie viele Arbeitsverhältnisse über wie viele Stunden geschlossen werden, beinflussen viele Faktoren.

Einflussfaktoren

Halten sich mehr Menschen in einem Land auf, gibt es mehr Verkäufer und Käufer von Arbeit. Denn während Menschen ihre Arbeit als Arbeitnehmer verkaufen, kaufen sie stets indirekt über ihren Konsum auch die Arbeit anderer Arbeitnehmer.

Je höher die Belastung von Arbeit durch Steuern und Sozialbeiträge ist, desto weniger Stunden werden gearbeitet. Abgaben treiben einen Keil zwischen den Preis für Arbeitgeber und das Nettoeinkommen der Arbeitnehmer. Je größer der Keil, desto seltener können sie sich zu beiderseitigem Vorteil einigen.

Je stärker Arbeitsverhältnisse zum Beispiel in Form des Kündigungsschutzes reguliert werden, desto weniger Arbeitsverhältnisse werden geschlossen. Ist es für einen Arbeitgeber schwieriger, jemandem zu kündigen, ist er weniger geneigt, einen Arbeitsvertrag überhaupt zu schließen.

Arbeitsplätze und Sitzplätze in Stadien

Diese und weitere Faktoren beeinflussen, wie viel gearbeitet wird. Gewiss ist, dass es kein fixes Kontingent an Arbeitsplätzen gibt, welches zu vergeben wäre. Leider erweckte Bundeskanzlerin Merkel kürzlich gerade jenen Eindruck: "Ich rate angesichts der jetzigen Entwicklung dazu, erst einmal zu schauen, wie viel Arbeitsplätze wir eigentlich noch besetzen müssen, wenn wir übersehen, wie sich die weiteren Flüchtlings- und Asylbewegungen entwickeln."

Arbeitsplätze gleichen jedoch nicht Sitzplätzen in einem Fussballstadion, deren Anzahl begrenzt ist und die besetzt werden können, bis es keine freien Plätze mehr gibt. Arbeitsverhältnisse entstehen durch die Interaktion von Käufern und Verkäufern von Arbeit. Die Bundesregierung kann nicht feststellen, ob die richtige Anzahl von Arbeitsverhätnissen mit der richtigen Anzahl von Arbeitsstunden eingegangen wurde.

Bundesregierung: Weniger wäre mehr

Die Bundesregierung hat jedoch einen Einfluss darauf, wie leicht die beiden Seiten auf dem Arbeitsmarkt zueinander finden. Leider hat sie mit der Einführung des Mindestlohns in Höhe von 8,50 Euro zu Beginn des Jahres gerade dazu beigetragen, dass es insbesondere einigen Zuwanderern noch schwerer fallen wird, ihre Arbeit auf dem offiziellen Arbeitsmarkt zu verkaufen.

Bildquelle: Björn Neumann /pixelio.de

 

* Dieser Beitrag ist ursprünglisch im Weser-Kurier am 07.09.2015 unter dem Titel "Der Arbeitsmarkt hat keine Grenzen" erschienen.

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