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Bundesländer: Erwerbsquoten von Frauen im Vergleich

Im Juli 2015 kippte das Bundesverfassungsgericht das Betreuungsgeld. Der Bund stellte die nicht mehr benötigten Mittel den Ländern zur Verfügung, welche in der Mehrzahl beschlossen, diese in den Ausbau von Kindergärten zu investieren. Die bayerische Regierung hingegen beschloss den Erhalt des regelmäßig als „Herdprämie“ titulierten Betreuungsgeldes für bayerische Familien. Diese Entscheidung kam nicht allzu überraschend, bedient sie doch das Vorurteil Bayerns als konservatives Bundesland. Überraschend ist allerdings, dass die Erwerbsquote der Frauen in Bayern unter allen Bundesländern am höchsten ist. Schlusslicht ist das Saarland.

Viele weibliche Erwerbstätige in Bayern

Ein Blick auf die nationalen Erwerbsquoten von 2014 bereitgestellt von Eurostat zeigt, dass die meisten Frauen im Süden und Osten einer Tätigkeit nachgingen. Die höchsten Erwerbsquoten finden sich in Bayern und Thüringen mit jeweils 72,9%, gefolgt von Brandenburg mit 72,6% und Sachsen mit 72,4%.

Das Schlusslicht bildet das Saarland mit einer Erwerbsquote für Frauen von nur 64,3%. Für ganz Deutschland liegt die Frauenerwerbsquote bei 69,5%, deutlich über dem Durchschnitt von 60,5% für die EU-15. Auch Frankreich, das den Ruf hat, Frauen im Vergleich zu Männern relativ leichten Zugang zum Arbeitsmarkt zu gewähren, liegt mit einer Erwerbsquote für Frauen von 60,4% deutlich hinter dem Saarland.

Unter allen Bundesländern lassen die Erwerbsquoten der Frauen in Bayern und Thüringen am wenigsten auf ein traditionell geprägtes Familienbild schließen, gemäß dessen Frauen zuvorderst häusliche Aufgaben übernehmen.

Erwerbsquote: Frauen vs. Männer

In Bayern lag die Arbeitslosenquote 2014 bei etwa 4% und war damit niedriger als in allen übrigen Bundesländern. Die niedrige Arbeitslosenquote könnte der Grund für die höchste Erwerbstätigenquote von Frauen unter den Ländern sein. Der Abstand zur Erwerbstätigenquote von Männern könnte also noch immer in Bayern besonders ausgeprägt sein.

Dass der Abstand zwischen weiblicher und männlicher Erwerbstätigenquote in Bayern im Vergleich mit den übrigen westlichen Bundesländern nicht außergewöhnlich hoch ist, verdeutlicht die nachstehende Grafik.

Bayern findet sich mit einem Abstand von 9,5 Prozentpunkten zwischen den Erwerbsquoten von Männern und Frauen im Mittelfeld der alten Bundesländer wieder.

Für Deutschland insgesamt belief sich die Differenz auf 8,6 Prozentpunkte. In Frankreich waren es 2014 bei deutlich niedrigeren Erwerbsquoten 6,9 Prozentpunkte.

NRW konservativer als Bayern?

Die Zahlen der Frauenerwerbsquoten machen eines deutlich: Das Bild des konservativen, rückwärtsgewandten CSU-regierten Bayern spiegelt sich in ihnen nicht wider - ganz im Gegenteil.

Unter den großen Flächenländern schneidet hingegen Nordrhein-Westfalen besonders schlecht ab. Die Beschäftigungsquote lag dort 2014 bei nur 65,3% und der Abstand zwischen Männern und Frauen war mit 10,4 Prozentpunkten höher als in allen übrigen Bundesländern, das Saarland ausgenommen. Das traditionell SPD-regierte Nordrhein-Westfalen sollte angesichts dieser Zahlen eher in der Kritik derer stehen, die Bayern in Bezug auf Rollenbilder als rückständig wahrnehmen.

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