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Die Mär vom Fachkräftemangel

Das Schlagwort „Fachkräftemangel“ taucht fast täglich in den Medien der Republik auf. Häufig mangelt es angeblich an Ingenieuren oder an anderen sehr gut ausgebildeten Mitgliedern unserer Gesellschaft. Jedoch ist die These vom Fachkräftemangel so schlüssig wie beispielsweise die These vom „Laptopmangel“ oder vom „Automangel“. Aus der Sicht der Käufer werden zum Marktpreis „zu wenig“ Ingenieursarbeitsstunden, Laptops oder Autos angeboten.

Das heißt lediglich, dass Käufer zu einem niedrigeren als dem derzeitigen Marktpreis mehr Einheiten eines Services oder eines Gutes einkaufen würden. Käufer freuen sich bekanntlich über fallende Preise.

Auf dem Markt für die Arbeitskraft von Fachkräften bringt der Preis für die Arbeit, der Lohn, die angebotene Menge mit der nachgefragten Menge ins Gleichgewicht, ganz so wie auf den Märkten für Laptops und Autos. Übersteigt bei einem Marktlohn die nachgefragte Menge von Fachkraftarbeitsstunden die angebotene Menge eben dieser Fachkraftarbeitsstunden, steigen die Löhne der Fachkräfte. Unternehmen, die bereit sind Fachkräften höhere Löhne als den Marktlohn zu zahlen, werden Berufseinsteiger unter Vertrag nehmen und Fachkräfte von anderen Unternehmen abwerben, die nicht bereit sind, ihren Angestellten höhere Löhne zu zahlen. Die Fachkräfte finden bei den Unternehmen eine Anstellung, die der Arbeit der Fachkräfte den höchsten Wert beimessen – weil sie bei ihnen produktiver sind als in anderen Unternehmen.

Angesichts der Interessen von Unternehmen ist ihre Klage über einen angeblichen Fachkräftemangel nachzuvollziehen, aber kein Grund, beunruhigt zu sein oder politische Maßnahmen zu ergreifen. Unternehmen können im Falle eines Mangels an beschäftigten Fachkräften eigens Abhilfe schaffen und zusätzliche Fachkräfte durch höhere Löhne an sich binden. Sobald sie nicht bereit sind, höhere Löhne für Fachkräfte zu zahlen, zeigen sie mit aller Deutlichkeit, dass bei dem herrschenden Marktlohn kein Fachkräftemangel vorliegt.

Dabei ist der Preismechanismus die beste Methode, um nach einem Anstieg der Nachfrage der Unternehmen nach der Arbeitskraft einer bestimmten Spezies von Fachkräften für einen mittelfristigen Anstieg des Angebots dieser Fachkräfte zu sorgen. Steigt die Nachfrage nach Fachfkräften drastisch an, kommt es kurzfristig zu einem starken Anstieg der Löhne dieser Fachkräfte. Der Anstieg der Löhne wird von potentiellen Fachkräften wahrgenommen. Steigt beispielsweise der Lohn von Informatikern deutlich an und haben potentielle Informatiker Grund zur Annahme, dass dieser Lohnanstieg über einen längeren Zeitraum Bestand haben wird, werden sich mehr Menschen für eine Informatik Karriere entscheiden. Mehr Menschen werden sich für ein Informatikstudium einschreiben und mehr Physiker und Mathematiker werden umsatteln. Der Lohn für Informatiker wird fallen, bis er wieder ähnlich hoch ist wie für vergleichbare Fachkräfte. Dieses einfache Beispiel veranschaulicht die Funktiosweise des Preismechanismuses. In Abwesenheit einer zentralen Steuerung entscheiden sich Menschen – geleitet durch Preise – Services bereitzustellen, für die andere bereit sind einen relativ hohen Preis, in diesem Fall den Lohn, zu bezahlen. Wenn Unternehmen über Fachkräftemangel klagen, mangelt es ihnen lediglich an der Zahlungsbereitschaft, weitere Fachkräfte einzustellen.

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