Institute for Research in Economic and Fiscal issues

IREF Europe - Institute for Research in Economic and Fiscal issues

Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


von ,

Effects of taxation on European multi-nationals’ financing and profits

IREF Working Paper No. 201301: Stefan Lutz

Es ist offensichtlich, dass Unternehmen Steuern nicht gut heißen. Der vorrangige Grund dafür ist, dass Steuern Gewinne schrumpfen lassen: die Aktionäre werden enttäuscht und Investitionen werden weniger aussichtsreich, wodurch die Entwicklung des Unternehmens gebremst wird.

Dieses Papier konzentriert sich jedoch auf Veränderungen des Finanzierungsmixes als Antwort auf die Besteuerung von Unternehmen. Es wird untersucht, welche Anteile Fremd- und Eigenkapital an der Finanzierung von 240.000 europäischen Unternehmen während des Zeitraums von 1985-2010 hatten. Beiträge zu der vorhandenen Literatur kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Einige Papiere kommen zu dem Schluss, dass Steuern keinen signifikanten Einfluss auf das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital haben. Andere Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich der Finanzierungsmix verändert, die Veränderungen jedoch von der Art der Besteuerung abhängen. Lutzs Analyse eines großen europäischen Datensatzes fördert zwei wichtige Ergebnisse zu Tage:

>  Unabhängig von der Art der Besteuerung geben Steuern Unternehmen einen Anreiz, mehr Fremdkapital und weniger Eigenkapital für die Finanzierung zu nutzen.

>  Der Effekt einer höheren Besteuerung auf die Eigenkapitalrendite ist nicht eindeutig. Diese Uneindeutigkeit ist darin begründet, dass eine höhere Besteuerung und ein höherer Verschuldungsgrad zu niedrigeren Gewinnen führen, aber sogleich das Eigenkapital niedriger ist. Die Rendite auf das risikoreiche Eigenkapital kann durch höhere Besteuerung somit fallen oder steigen.

Die Erkenntnisse für Hochsteuerländer sind offensichtlich. Wenn die Steuern erhöht werden,

>  wird die Profitabilität der Firmen beeinflusst, aber es werden nicht notwendigerweise die „Reichen“ getroffen, denn die Investoren (arm wie reich) nehmen davon Abstand, ihr Geld zu riskieren und niedrigere Gewinne werden auf weniger Eigenkapital verteilt;

>  haben Unternehmer einen Anreiz, in Regionen/Länder umzuziehen, die denjenigen, die bereit sind, mit ihren Mitteln Ideen zu finanzieren, wohlgesonnener gegenüber stehen;

>  ziehen innovative Industrien ab, in denen die Risiken höher sind, aber auch die Wachstums- und Gewinnaussichten vielversprechender sind;

>  wird das Finanzsystem instabiler, weil Fremdkapitalgeber (insbesondere Banken) Risiken auf sich nehmen, die sie in einem Umfeld niedrigerer Steuern nicht tragen würden.

IREF Working Paper No. 201301: Stefan Lutz

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