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Einkommenswachstum: TOP20 Länder der letzten 20 Jahre

Länder, in denen die Einkommen pro Kopf heute am höchsten sind, gehören nicht zu den wachstumsstärksten Ländern der letzten beiden Dekaden. Es sind vor allem Menschen in Ländern in Asien und in ehemaligen Ostblockstaaten, die von massiven relativen Einkommenszuwächsen profitierten. Das Land mit der höchsten Wachstumsrate beim Bruttoinlandsprodukt pro Person ist allerdings auf dem afrikanischen Kontinent zu finden. Es handelt sich um Äquatorialguinea. Dort stieg das Einkommen pro Kopf von 1996 bis 2016 um mehr als den Faktor 12. Über die letzten zwei Jahrzehnte ist es nur in zwei der 171 Länder, für die die Weltbank Einkommensdaten für 1996 und 2016 bereithält, zu einem Einkommensrückgang pro Person gekommen. Aus diesen Beobachtungen lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Erstens, die Wachstumsstars von heute müssen in Zukunft nicht ebenfalls am schnellsten wachsen. Zweitens, das Einkommenswachstum der einen führt nicht zu Einkommenseinbußen der anderen.

TOP20: Asien, ehemaliger Ostblock und Äquatorialguinea

Daten der Weltbank lassen den Vergleich des Einkommenswachstums der Menschen von 1996 bis 2016 in 171 Ländern zu. Für diese Länder liegt für beide Jahre das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner vor. Über alle betrachteten Länder lag das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 1996 bei durchschnittlich 8.583 US-Dollar und stieg bis 2016 um 160 % auf 19.029 US-Dollar.

Das mittlere Einkommen in Äquatorialguinea wuchs von 1996 bis 2016 um 1.149 %. In China stiegen die mittleren Einkommen um etwa 650 %. Die Einwohner beider Länder erzielten 1996 ein relativ bescheidenes Einkommen von etwa 2.000 US-Dollar pro Person.

In Myanmar fiel das durchschnittliche Einkommen 1996 mit knapp über 700 US-Dollar noch niedriger aus. Es war das elfärmste der 171 Länder, bevor es dort in den letzten 20 Jahren zu einem Einkommensanstieg um fast 700 % kam.

Ein ganz ähnliches Bild zeichnet die gesamte Gruppe der 20 wachstumsstärksten Länder. Sie wuchsen über die letzten 20 Jahre durchschnittlich um 430 %, nachdem sich ihr Einkommen 1996 im Mittel noch auf 3.243 US-Dollar belief — etwa dem heutigen Einkommen pro Kopf in Kamerun.

Die wachstumsschwächsten Länder

Auch in den meisten der 20 Länder mit dem geringsten Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens stiegen die Einkommen seit 1996. Nur in zwei der 171 Länder ging das Bruttoinlandsprodukt pro Person zurück.

Während das durchschnittliche Einkommen im Jemen und den Vereinigten Arabischen Emiraten um etwa 5 % fiel, stagnierte es in Zimbabwe. Die Vereinigten Arabischen Emirate waren im Jahr 1996 mit 76.000 US-$ pro Kopf das Land mit dem weltweit höchsten Einkommen. Zimbabwe mit etwa 2.000 US-$ pro Person und der Jemen mit 2.650 US-$ pro Person gehörten jedoch 1996 zur ärmeren Hälfte aller Länder und finden sich heute gar im ärmsten Fünftel wieder.

Mit einem durchschnittlichen Einkommen von 12.595 US-Dollar pro Person - maßgeblich in die Höhe gezogen durch die Vereinigten Arabischen Emirate - liegt das Einkommen der wachstumsschwächsten Länder heute etwa auf dem Niveau Sri Lankas.

Arme nicht zu Armut verdammt

Die Wachstumsstars der letzten 20 Jahre zählten 1996 allesamt nicht zu den reichsten Ländern der Welt. Sie gehörten im Gegenteil zumeist der Hälfte der Länder mit den niedrigsten Einkommen an. Diese Entwicklung führt vor Augen, dass die Menschen eines Landes, welche heute in Armut leben, nicht auch morgen in Armut leben müssen.

Die atemberaubende Einkommensentwicklung in den Ländern des Westens über die letzten etwa 250 Jahre führt ebenfalls vor Augen, dass arme Menschen nicht zur Armut verdammt sind. Wäre dem so, müssten wir noch heute unter den harschen materiellen Bedingungen des späten 18. Jahrhunderts leiden.

Zuwächse dort führen nicht zu Einbußen hier

Die Entwicklung der letzten 20 Jahre verdeutlicht zudem, dass Einkommenszuwächse der einen nicht durch Einkommenseinbußen der anderen herbeigeführt wurden. Das Zusammenleben der Menschen kam nicht einem Nullsummenspiel gleich, bei dem sich Gewinne einiger Menschen und Verluste anderer stets die Waage halten. Vielmehr illustriert der weltweite Einkommensanstieg, dass unsere Interaktionen einem Positivsummenspiel gleichkommen können, an dem wir angesichts damit einhergehender Vorteile freiwillig teilnehmen.

Das Verbesserungspotential ist in vielen Regionen – auch in einigen der wachstumsstärksten Länder der letzten 20 Jahre – zwar weiterhin groß. Dennoch hat die stärkere Verbreitung marktwirtschaftlicher und demokratischer Grundsätze in den letzten Jahrzehnten dazu beigetragen, dass heute mehr Menschen regelmäßig an Positivsummenspielen teilnehmen können als früher.

Mehr Begeisterung für die Marktwirtschaft wagen

Für demokratische Strukturen setzen sich Vertreter verschiedener politischer Richtungen mit großer Begeisterung ein. Leider fällt die Begeisterung für die Marktwirtschaft in der Regel deutlich verhaltener aus und wird für sie geworben, dann häufig unter Vorbehalten. Dabei ist die Marktwirtschaft die einzige Wirtschaftsordnung, die mit demokratischen politischen Strukturen vereinbar ist. Zu Einkommenszuwächsen, die unseren materiellen Wohlstand weiter deutlich verbessern werden, wird es umso wahrscheinlicher kommen, je mehr Menschen sich für die Grundsätze der Demokratie ebenso wie für die Grundsätze der Marktwirtschaft einsetzen.

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