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Einwanderung in gesunde Arbeitsmärkte
Einwanderer bevorzugen Bundesländer mit niedriger Arbeitslosigkeit

In Deutschland lebende Ausländer haben 2012 durchschnittlich 3.300 Euro mehr in die Sozialsysteme eingezahlt als sie aus selbigen erhalten haben. Zu diesem Schluss kommt eine im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführte Studie. In der Summe waren Ausländer also Nettoeinzahler in die Sozialsysteme. Dieses Ergebnis widerspricht der These, dass Einwanderung zu Lasten der Sozialversicherungssysteme erfolgt. Ein Blick auf die Verteilung von Einwanderern auf die 16 Bundesländer suggeriert ebenfalls, dass Einwanderer vor allem nach Deutschland kommen, um eine Arbeit aufzunehmen und nicht, um von Leistungen des Staates zu profitieren. Die Zuwanderungsquoten in Bundesländern mit niedrigeren Arbeitslosenquoten sind höher als in Bundesländern mit hohen Arbeitslosenquoten.

Ausländer sind Nettozahler

Laut der von der Bertelsmann Stiftung beauftragten Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) haben die in Deutschland lebenden Ausländer 2012 nach Abzug aller Sozial- und Bildungstransfers netto etwa 22 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben bezahlt. Im Durschnitt leistete somit jeder der 6,6 Millionen 2012 in Deutschland lebenden Ausländer einen Nettobeitrag in Höhe von 3.300 Euro. Auch für das Jahr 2004 wurde bereits ein positiver Nettobeitrag von 2.000 Euro pro Ausländer ermittelt. Selbst wenn berücksichtigt wird, dass die bereits in Deutschland lebenden Ausländer altern und somit mehr Leistungen vom Staat in Anspruch nehmen werden, wird sich der Barwert ihrer Nettobeiträge laut der Studie des ZEW auf 148 Mrd. Euro belaufen.

Regionale Arbeitsmärkte und regionale Zuwanderung

Ob Einwanderer vornehmlich der Arbeit wegen kommen, lässt sich zusätzlich durch eine Analyse regionaler Einwanderungsmuster und der regionalen Bedingungen auf Arbeitsmärkten beurteilen. Lässt sich kein Zusammenhang zwischen Einwanderungsquoten und Arbeitslosenquoten finden, wäre das ein Hinweis darauf, dass Einwanderer sich zufällig auf die Bundesländer verteilen. Es wäre dann nicht auszuschließen, dass sie vornehmlich einwandern, um Leistungen des Staates in Anspruch zu nehmen. Gehen höhere Einwanderungsquoten mit niedrigen Arbeitslosenquoten einher, wäre das ein Indiz dafür, dass ein Großteil der Immigranten Beschäftigung sucht und deshalb in die Bundesländer zieht, in denen sie eine bessere Aussicht auf einen Arbeitsplatz haben.

Niedrige Arbeitslosenrate, hohe Einwanderungsrate

Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass es 2013 einen negativen Zusammenhang zwischen Einwanderungsquoten und Arbeitslosenquoten gab. Länder mit niedrigeren Arbeitslosenquoten wiesen tendenziell höhere Einwanderungsquoten auf.

Sachsen-Anhalt mit einer relativ hohen Arbeitslosenquote von 11,2% verzeichnete 2013 eine vergleichsweise niedrige Einwanderung von 2,31 Zuwanderern auf 1.000 Einwohner. Dagegen zog Hamburg, in dem nur 7,4% der Erwerbspersonen als arbeitslos registriert sind, 5,24 Einwanderer auf 1.000 Einwohner an. Spitzenreiter bezüglich der Einwanderungsquote war jedoch Bayern mit 8,39 Einwanderern je 1.000 Einwohner. Der Grund mag in der niedrigen Arbeitslosenrate von nur 3,8% gelegen haben.
Eine Erweiterung des Betrachtungszeitraums auf die Jahre 2007 bis 2013 zeichnet ein ähnliches Bild. Zuwanderer zogen Bundesländermit niedrigen Arbeitslosenraten Ländern mit hohen Arbeitslosenraten vor.

Menschen willkommen heißen, nicht abschrecken

Die Daten suggerieren, dass es Einwanderer stärker in Bundesländer mit besseren Beschäftigungsaussichten zog. Menschen scheinen nach Deutschland zu kommen, um zu arbeiten. Statt Einwanderer mit irrwitzigen Forderungen nach einer Deutschpflicht für das eigene Heim abzuschrecken, sollte es Flüchtlingen und anderen Ausländern leichter gemacht werden, am deutschen Arbeitsmarkt teilzuhaben. Die Forderung des Präsidenten der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände, Asylsuchenden spätestens ab dem 6. Monat eine Beschäftigungsaufnahme ohne Prüfung zu ermöglichen, ob es einen zu bevorzugenden deutschen Mitbewerber gibt, geht in die richtige Richtung. Zuwanderung ist als Chance zu verstehen, nicht als Belastung.

Chancen eröffnen, nicht verbauen

Einwanderer, die durch die Verlegung ihres Wohnortes ihr Leben dramatisch verbessern können und durch ihre Wohnortwahl demonstrieren, dass sie nach Deutschland kommen, um ihr Glück auf dem hiesigen Arbeitsmarkt zu suchen, sollten Chancen nicht verbaut, sondern eröffnet werden. Während die von der Bundesregierung beschlossenen Erleichterungen für Asylbewerber, Arbeit aufzunehmen, als ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung zu begrüßen sind, erschwert die Bundesregierung durch den ab nächsten Monat in Kraft tretenden Mindestlohn Flüchtlingen und anderen Einwanderern leider massiv den Zugang zum hiesigen Arbeitsmarkt. Vom Mindestlohn, der wie eine Steuer auf niedrig entlohnte Arbeit wirkt, werden Migranten ganz besonders stark betroffen sein. Den bereits in Deutschland lebenden Migranten und auch den im Ausland lebenden potentiellen Migranten, die mit dem Gedanken spielen, nach Deutschland auszuwandern, werden Steine in ihren Weg in den deutschen Arbeitsmarkt gelegt. Von einer konsistenten Einwanderungspolitik ist die Bundesregierung noch weit entfernt.

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