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Finanzmärkte: Weiterhin hohe Volatilität und hohe Risiken
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Die Hinweise darauf, dass eine lockere Geldpolitik die Ursache der wirtschaftlichen Schwäche der Schwellenländer ist, nehmen weiter zu. Zudem lassen sich auf den Anleihenmärkten Fehlentwicklungen feststellen, die Risiken für eine erneute Krise bürgen und zumeist verkannt werden.

Geldpolitik Grund für Schwäche der Schwellenländer

Bereits im September wiesen wir darauf hin, dass aktuelle Entwicklungen unsere wiederholten Warnungen bestätigen: Die lockere Geldpolitik hat nicht nur ihre selbsterklärten Ziele verfehlt, sondern auch Schaden verursacht. Zuerst schuf sie eine Anleihenblase und festigte dann die Preise für Vermögenswerte wie Häuser und Rohstoffe. Die starke Abwertung einer Reihe von Schwellenländerwährungen gegenüber dem US-Dollar sind das Ergebnis der rückläufigen Nachfrage in den entwickelten Volkswirtschaften nach rohstoffbasierten Exporten der Schwellenländer. Die Nachrichten der vergangenen Wochen stützen unsere Schlussfolgerung. Und doch, häufig wird versucht, diese Entwicklungen in Einklang zu bringen mit einer sich ankündigenden Erholung der Weltwirtschaft, wenn die Zentralbanker nur ihrem derzeitigen Kurs treu bleiben.

Die amerikanische Notenbank – die Federal Reserve – spielte zwar mit dem Gedanken einer Zinserhöhung, tat dies letztendlich jedoch nicht. Daraufhin werteten eine ganze Reihe von Währungen von Schwellenländern in der letzten Septemberwoche wieder kräftig ab. Das Wall Street Journal führte bemerkenswerterweise als einen Hauptgrund für die Abwertung an, dass das US-Handelsministerium seine Wachstumsprognose im zweiten Quartal auf 3,9% nach oben korrigierte. Hier scheint die Ansicht zugrunde zu liegen, dass es Malaysia schlechter geht, je besser es den USA geht. Die Weltwirtschaft ist jedoch kein konstant großer Kuchen, dessen Stücke unter Konkurrenten verteilt werden.

Ausgetrocknete US-Anleihenmärkte

Im April konnten wir Anzeichen einer Austrocknung der Liquidität in den US-Sekundärmärkten für Anleihen beobachten. Wir erklärten dies mit der absehbaren Folge der Kombination aus dem QE-Programm der Federal Reserve und dem Mangel an echter wirtschaftlicher Erholung. Eine echte Erholung würde durch einen Anstieg der Neuemissionen von Unternehmensanleihen begleitet werden. Alles, was jedoch in den letzten Jahren passierte, war, dass Banken und Finanzinstitute mit Zugang zu den Repo-Operationen der Federal Reserve Unternehmensanleihen (unabhängig von deren Qualität) zu Marktpreisen kauften und sie dann mit Gewinn an die US-Notenbank weiterverkauften.

Auch die Financial Times wies auf die Verringerung der Liquidität auf den Anleihenmärkten hin. Aber anstatt dies als beunruhigend darzustellen und daran zu erinnern, dass genau diese Entwicklung der letzten Monate zum kompletten Versagen der Finanzmärkte im Jahre 2008 führte, bewerteten sie es positiv. Es wurde ein Artikel eines leitenden Angestellten von PIMCO veröffentlicht, welcher neue Regulierungen preiste, die liquidere Banken hervorbrächten und den Anreiz für den Handel mit Anleihen senkten. Die Verringerung der Aktivität der Banken auf den Anleihenmärkten würde die Märkte robuster machen und die einzige Sorge wären etwas höhere Kreditkosten für Emittenten. Wir sind davon nicht überzeugt.

Zumindest einige Beobachter äußerten Besorgnis über die Entwicklungen an den US-Märkten für Unternehmensanleihen Ende September. Die Zinsdifferenz zwischen Unternehmensanleihen und US-Bundesanleihen hat sich weiter erhöht auf 1,62% gegenüber 1,31% (Ende 2014) und 1,14% (Ende 2013), als das Vertrauen in eine wirtschaftliche Erholung am stärksten war. Für Ramschanleihen ist die Differenz noch größer: Im Durchschnitt betrug sie am Ende des Jahres 2013 3,82%, ist aber nun bis Ende September auf 5,88% gestiegen. Während die Spreads steigen, scheint das Vertrauen in die Erholung zu sinken.

Bildnachweis: Jared Rodriguez / flickr.com

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