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Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


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Frankreichs Weg in die Krise und kein Ende in Sicht

In einem Gastbeitrag für das Liberale Institut vergleicht IREFs Senior Fellow Alexander Fink wirtschaftspolitische Maßnahmen und deren Konsequenzen in Frankreich und Deutschland. Im Vergleich zu Frankreich wurden in Deutschland über die letzten 10 Jahre staatliche Aktivitäten zurückgefahren. Während französische Politiker noch immer versuchen, den Anschein zu erwecken, es gäbe einen Zielkonflikt zwischen solider Haushaltspolitik und Wirtschaftswachstum, profitieren Deutschlands Bürger derzeit von den Reformanstrengungen, die zu Beginn der 2000er Jahre im Rahmen der Agenda 2010 vorangetrieben wurden. Der Vergleich der ergriffenen Politikmaßnahmen der beiden Länder und ihrer Auswirkungen wird hier kurz zusammengefasst. Die ausführliche Version findet sich online.

Der französische Staat gibt mehr aus und greift mehr ein

Während in Frankreich die Staatsquote 2012 bei 56,6% lag, betrug sie in Deutschland 45%. Dabei stieg sie seit 2000 in Frankreich und fiel in Deutschland. Die Beiträge an die Sozialversicherungssysteme, eine Steuer auf Arbeit, machten in Frankreich 2012 40% der Lohnkosten aus. In Deutschland waren es 34%. Über die Jahre 2002 bis 2012 lag das französische Staatsdefizit bei 4,25%. Das Maastricht-Kriterium von 3% wurde nur in drei Jahren eingehalten. In Deutschland hingegen lag das Staatsdefizit im Durchschnitt bei 2,2%. Ein ähnliches Bild zeichnet die Staatsschuldenquote in Prozent des Bruttoinlandsprodukts: In Frankreich betrug sie 2012 90,2%, in Deutschland 81,9%. Des weiteren schneidet Frankreich in internationalen Vergleichen bezüglich der wirtschaftlichen Freiheit stets schlechter ab als Deutschland: Doing Business-Ranking der International Finance Corporation der Weltbank, Economic Freedom of the World-Ranking des Fraser Institutes und Index of Economic Freedom der Heritage Foundation.

Weniger Arbeitslose und höhere Einkommen in Deutschland

2012 lag die Arbeitslosenquote in Frankreich bei 10,2%. Für Jugendliche unter 25 lag sie gar bei 24,3%. Für Deutschland berichtet Eurostat eine Arbeitslosenquote von 5,5%. Deutsche Jugendliche haben auf dem Arbeitsmarkt ebenfalls größere Schwierigkeiten, aber die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag bei ‘nur‘ 8,1%. Ältere Arbeitnehmer sind in Deutschland ebenfalls besser in den Arbeitsmarkt integriert. Von den 55- bis 64-Jährigen waren in Deutschland 2012 61,5% erwerbstätig, in Frankreich waren es lediglich 44,5%. Zudem ist das reale Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von 2002 bis 2011 mit durchschnittlich 1,35% in Deutschland schneller gewachsen als in Frankreich, wo es im Durchschnitt jährlich um 0,45% zunahm. Aufgrund dieser Entwicklung war 2011 das Pro-Kopf-Einkommen gemessen in Kaufkraftparitäten in Deutschland 11% höher als in Frankreich. Dabei schenken die Deutschen ihrem relativ inaktiven Staat mehr Vertrauen als die Franzosen ihrem relativ aktiven Staat, wie der Corruption Perceptions Index von Transparency International offenbart.

Kritik an der Austeritätspolitik wird immer wieder laut. Häufig wird sie von Politikern selbst geäußert, die lieber mehr als weniger ausgeben würden. In einer gesunden Gesellschaft nimmt der Staat jedoch eine Neben- und keine Hauptrolle ein. Die Hauptrolle ist für die Bürger reserviert. Deren Freiheit wird stets eingeschränkt, wenn Bürger dem Staat zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen müssen und dem Staat zusätzliche Aufgaben übertragen werden. Für alle Staaten ist es an der Zeit, die Staatsausgaben zu senken, Wettbewerbsbeschränkungen abzubauen und den Bürgern das Feld zu überlassen. Auch für den französischen Staat.

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