Institute for Research in Economic and Fiscal issues

IREF Europe - Institute for Research in Economic and Fiscal issues

Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


von ,

Für ein robustes politisches System
Eigeninteressiertes Handeln durch enge Regeln beschränken

Wir Menschen scheinen vornehmlich an unserem eigenen Wohlbefinden interessiert zu sein. Allerdings haben wir auch ein Interesse daran, dass es Anderen gut geht. Wir sind zu einem gewissen Grade altruistisch. Wie sehr wir uns für das Wohl anderer Menschen einsetzen, sollte beeinflussen, unter welchen politischen Regeln wir leben wollen. Können wir davon ausgehen, dass Politiker, die auch nur Menschen sind, stets bestrebt sind, ausschließlich das Leben der anderen Mitglieder der Gesellschaft zu verbessern, müssen wir ihnen keine engen Regeln auferlegen. Müssen wir jedoch davon ausgehen, dass Menschen und somit auch Politiker vornehmlich im eigenen Interesse handeln, sollten wir Politikern Regeln auferlegen, die opportunistisches Verhalten ihrerseits einschränken. Laut dem 4. Armuts-und Reichtumsbericht der Bundesregierung geben wir etwa 99,6% unseres Nettoeinkommens für uns selbst und unsere Lieben aus. Wir scheinen zu einem recht geringen Grade altruistisch zu sein. Wir sollten auch von unseren Politikern nicht mehr erwarten und ihnen dementsprechend wenig Spielraum für eigeninteressiertes Verhalten lassen.

Wir haben ein Interesse am Wohlergehen Fremder

Offensichtlich handeln wir nicht ausschließlich in unserem eigenen Interesse. Wir versuchen dazu beizutragen, dass es unseren Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten besser geht. Wir kümmern uns. Unser Mitgefühl hat jedoch Grenzen. Je geringer unsere soziale oder räumliche Bindung zu Menschen ist, desto weniger sind wir geneigt, selbst Entbehrungen in Kauf zu nehmen, um ihnen zu helfen.

Wie altruistisch sind wir?

Seit etwas über 25 Jahren nutzen insbesondere Wirtschaftswissenschaftler und Psychologen so genannte Diktatorspiele im Labor, um besser zu verstehen wie altruistisch wir sind. Dabei wird einem Probanden ein Geldbetrag zur Verfügung gestellt. Der Proband kann dann entscheiden, ob und welchen Anteil des Betrages er an einen weiteren Probanden abgibt. Den Teil, den er nicht abgibt, kann er behalten. Aus einer Übersicht der Literatur geht hervor, dass im Durchschnitt 64% der Probanden ihren Mitstreitern etwas abgeben. Diese 64% geben im Durchschnitt 43% des Betrages an den ihnen unbekannten Mitmenschen ab. Die Ergebnisse dieser Experimente haben viele mutmaßen lassen, dass wir Menschen altruistischer sind als gedacht. Es ist jedoch möglich, dass wir uns im Labor anders verhalten, weil wir dort unter Beobachtung stehen. Wer möchte schon gerne als Raffke dastehen? Der 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung zeichnet ein anderes Bild als die Laborergebnisse. Im Jahre 2009 haben Haushalte in Deutschland etwa 0,4% ihres Nettoeinkommens gespendet. Diese Zahlen suggerieren, dass wir nicht sonderlich altruistisch sind, wenn wir nicht das Gefühl haben, unter direkter Beobachtung zu stehen.

Politiker sind auch nur Menschen

Anstatt anzunehmen, dass Politiker und Bürokraten ausschließlich am Wohl Anderer interessiert und allwissend sind, sollten wir annehmen, dass sie ebenso eigeninteressiert sind wie andere Menschen und auch nur über beschränktes Wissen verfügen. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung verdeutlicht, dass Individuen die ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen hauptsächlich nutzen, um ihr eigenes Leben zu verbessern. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sich Politiker und Bürokraten diesbezüglich systematisch von anderen Menschen unterscheiden. Unter diesen Umständen ist es im Interesse der Steuerzahler, Politikern und Bürokraten möglichst wenig Entscheidungsspielraum zu lassen, damit sie nicht in Versuchung geraten, ihre Machtposition zur Verfolgung eigener Interessen oder der Interessen ihre Familienmitglieder und Freunde zu nutzen.

Diesen Artikel teilen :

Ähnliche Artikel ...

Preisbindung: Beliebt bei Lobbys, kostspielig für Verbraucher

Wohnungsnot? Wohnfläche pro Person auf Rekordniveau


Staatsbeteiligungen: Verschwenderisch und dennoch geschätzt

Mieter verzichten auf Mietpreisbremse



Eine Nachricht oder einen Kommentar hinterlassen?

Formular anzeigen

 css js

Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
S C H L I E ß E N

Monatlicher Newsletter.
Bleiben Sie stets informiert.