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Hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa

Die Rate der Jugendarbeitslosigkeit in der Eurozone erreichte in den krisengeschüttelten Mitgliedstaaten kürzlich unrühmliche Rekordniveaus. In Spanien waren im April 56,4% der Erwerbspersonen (Erwerbstätige plus Arbeitslose) unter 25 Jahre ohne Arbeit. In Italien waren es 40,5% und in Portugal 42,5%. In Griechenland ist die Lage noch trister. Im Februar lag die griechische Jugendarbeitslosenrate bei 62,5%. Verkrustete Strukturen auf den Arbeitsmärkten schließen die Jungen aus und schützen die Privilegien der Älteren. Reformen werden benötigt, die es jungen Menschen ermöglichen, mit den etablierten Arbeitnehmern in Konkurrenz zu treten.

Deutsch-französische Pläne am Reißbrett

Ende Mai haben sich Granden der europäischen Politik in Paris getroffen, um unter anderem über Lösungen des Problems der Jugendarbeitslosigkeit zu sprechen. In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung haben Bundesministerin für Arbeit und Soziales Ursula von der Leyen, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der französische Minister für Wirtschaft und Finanzen Pierre Moscovici und der französische Minister für Arbeit, Beschäftigung, berufliche Bildung und Sozialdialog Michel Sapin vorab ihren Entwurf für eine Antwort auf das Problem der Jugendarbeitslosigkeit in Europa skizziert: Erstens, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sollen subventionierte Kredite zur Verfügung gestellt werden, um sie bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Zweitens, die duale Ausbildung soll gefördert werden. Drittens, die Mobilität von Auszubildenden in Europa soll im Rahmen eines Erasmus-Programms für Auszubildende gefördert werden.

Gemäß des formulierten Plans sollen zusätzliche staatliche Programme aufgelegt werden, anstatt die Jungen direkt zu stärken, indem lähmende arbeitsrechtliche Barrieren abgeschafft werden. Dabei sind es häufig vom Staat geschaffene Regularien, die junge Arbeitnehmer benachteiligen. Mindestlöhne und ein rigider Kündigungsschutz fallen in diese Kategorie.

Junge Menschen leiden am stärksten unter unflexiblen Arbeitsmärkten

Junge Menschen sind naturgemäß mit relativ wenig Erfahrung ausgestattet. Deshalb sind sie im Vergleich zu ihren erfahreneren Kollegen weniger produktiv. Greift ein Mindestlohn, laufen folglich vor allem junge Menschen Gefahr, ihren Arbeitsplatz zu verlieren oder den Weg in ihre erste Anstellung nicht zu finden. Wenn Unternehmen ihren Angestellten einen gewissen Mindestlohn zahlen müssen, sind sie geneigt, produktivere und somit vornehmlich ältere Mitarbeiter einzustellen. Unabhängig davon, ob man den Mindestlohn wie die CDU in Lohnuntergrenze umbenennt, nimmt ein Mindestlohn jungen Menschen die Möglichkeit, über einen niedrigen Lohn mit älteren Arbeitnehmern zu konkurrieren, einen Einstieg in eine Anstellung zu schaffen und zusätzliche Erfahrung zu sammeln.

Ein starker Kündigungsschutz schadet ebenfalls insbesondere den jungen Arbeitssuchenden. Wenn es schwierig ist, einmal angestellte Arbeitskräfte wieder zu entlassen, stellen Unternehmen nur zurückhaltend zusätzliche Mitarbeiter ein. Das gilt insbesondere in schwierigen Zeiten. Von einem starken Kündigungsschutz profitieren die etablierten Arbeitnehmer. Zu diesen Etablierten gehören jedoch relativ wenige junge Menschen. Eine Aufweichung des Kündigungsschutzes würde den Teilnehmern auf Arbeitsmärkten mehr Flexibilität zukommen lassen und die Position der Jungen relativ zu den Älteren stärken.

Rigiditäten auf den Arbeitsmärkten abbauen

In verschiedenen ökonomischen Theorien über den Konjunkturzyklus werden Lohnrigiditäten – vor allem die Unflexibilität der Löhne nach unten – als Grund für den Anstieg der Arbeitslosigkeit während eines Abschwungs und eine Verstärkung des Abschwungs betrachtet. Wenn rigide Löhne Teil des Problems sind, sollten diese Rigiditäten verringert werden. Mindestlöhne machen Löhne offensichtlich weniger flexibel. Und auch ein starker Kündigungsschutz erschwert die Anpassung von Löhnen nach unten, weil es Unternehmen nicht möglich ist, einen Mitarbeiter zu entlassen, um einen neuen (oder denselben) zu einem niedrigeren Lohn einzustellen. Die Unflexibilität der Löhne trägt maßgeblich zu den hohen Arbeitslosenraten in Spanien, Griechenland, Portugal, Italien und auch Frankreich bei. Zum Leidwesen vor allem der jungen Menschen scheint es jedoch politisch nicht opportun zu sein, sich dafür einzusetzen, dass die Rigiditäten auf den Arbeitsmärkten abgebaut werden, damit Löhne sowohl steigen als auch fallen können.

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