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Hoher Wohlstand durch hohe Arbeitsproduktivität
Staat sollte Produktivitätssteigerungen nicht im Wege stehen

In Deutschland werden heute innerhalb einer Arbeitsstunde um ein vielfaches mehr Güter und Dienstleistungen produziert als in den Nachkriegsjahren. Die Produktivität der Arbeit hat sich seit 1950 um den Faktor sieben erhöht. Dieser Anstieg ist die entscheidende Quelle des Wohlstands, den wir heute genießen. Seit 2000 ist die Produktivität jährlich jedoch nur noch um durchschnittlich 1,1% gewachsen. In den Jahrzehnten zuvor waren es 4,2%. Je höher die Produktivitätssteigerungsraten in der Zukunft ausfallen werden, desto mehr werden wir in Genuss von mehr Freizeit und mehr Gütern und Dienstleistungen kommen. Leider tragen entscheidende jüngst ergriffene staatliche Maßnahmen gerade nicht zu einem Anstieg der Produktivität bei. Sie bedienen lediglich Partikularinteressen. Produktiver wird dadurch niemand.

Produktivität entscheidet über Wohlstand

Reiche Regionen unterscheiden sich von armen Regionen dadurch, dass Arbeit in reichen Regionen produktiver eingesetzt wird. Das gilt für Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern, für Deutschland und die Demokratische Republik Kongo und auch für Deutschland 1950 und Deutschland 2015.

Mit dem Einsatz einer Arbeitsstunde werden heute siebenmal mehr Güter und Dienstleistungen produziert als noch 1950. Der heute in Deutschland in vielen Varianten bereitstehende Kapitalstock macht es möglich. Gebäude und Maschinen gehören dazu, die Infrastruktur in Form von Transportwegen und der Gerichtsbarkeit, aber auch das an Individuen gebundene Humankapital in Form von Erfahrungen und Wissen. Herausgebildet hat sich die Ausgestaltung des heutigen Kapitalstocks unter dem Einfluss einer hochgradigen weltweiten Arbeitsteilung, die uns eine hohe Spezialisierung im Arbeitsleben und gleichzeitig vielfältigen Konsum erlaubt.

Produktivität: Fallende Wachstumsraten

Die Entwicklung der Steigerungsraten der Produktivität über die Zeit stimmt jedoch pessimistisch. Während der relativ hohe Anstieg der Produktivität in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark steigende reale Pro-Kopf-Einkommen bei deutlich sinkenden wöchentlichen Arbeitsstunden ? also mehr Freizeit ? ermöglichte, sind bei derzeitigen Wachstumsraten zukünftig verhaltenere Steigerungen der Konsummöglichkeiten von Gütern, Dienstleistungen und Freizeit zu erwarten.

Stieg die Arbeitsproduktivität in den 1950er und 1960er Jahren noch um durchschnittlich 6,7% und 5,6%, waren es in den 1990er und 2000er Jahren nur noch 2,5% und 1,1%.

Sinkende Produktivitätssteigerungen kein Naturgesetz

Der menschlichen Ideenvielfalt sind keine Grenzen gesetzt. Menschen werden immer wieder immer neue Wege finden, um ihre Lebenssituation zu verbessern. Entscheidend ist, dass diese Energie derart gelenkt wird, dass sich einzelne nicht auf Kosten anderer besser stellen, sondern einen Anreiz haben, ihre Lebenssituation zu verbessern, indem sie anderen einen Dienst erweisen ? nicht durch unproduktive oder gar destruktive Aktivitäten, sondern als produktive Unternehmer.

Haben Individuen einen Anreiz, sich in produktiven Aktivitäten zu üben, werden sie auch weiterhin Möglichkeiten für einen weniger arbeitsintensiven Einsatz von Ressourcen finden und so zur Steigerung der Arbeitsproduktivität beitragen.

Aktuelle Politikmaßnahmen nicht hilfreich

Entscheidende staatliche Maßnahmen haben in den vergangenen Jahren die Anreizstruktur leider nicht derart verändert, dass stärker belohnt wird, wer kreative Lösungen anbietet, die potentiell zu einem Anstieg der Produktivität beitragen. Ganz im Gegenteil. Die Aufrechterhaltung von Privilegien gut organisierter Interessengruppen, die Umverteilung hin zu ausgewählten Mitgliedern der Gesellschaft und Eingriffe in den Preismechanismus auf verschiedenen Märkten geben keinen zusätzlichen Anreiz für Produktivitätssteigerungen, sondern lassen gesamtgesellschaftlich schädliches Rent-Seeking ? den Einsatz von Ressourcen zum Zwecke der Erlangung oder Verteidigung von Privilegien ? attraktiver erscheinen.

Das bundesweite Verbot von Uber mit dem Hinweis auf die Sorge um die Sicherheit von Fahrgästen, die regionale Einschränkung der Vermietung von Wohnungen via Airbnb, die Bailouts staatlicher und privater Banken und ihrer Gläubiger, die Rente mit 63, der Mindestlohn und die Mietpreisbremse gereichen ausgewählten Mitgliedern der Gesellschaft zum Vorteil, während sie anderen schaden. In der langen Frist werden die Maßnahmen wahrscheinlich eine negative Wirkung auf die Produktivität haben, denn das Signal des Staates ist unmissverständlich: Der Einsatz von Ressourcen zur Verteidigung von Partikularinteressen mit Hilfe des Staates kann sich lohnen. Erfolgreiche Wachstumspolitik ist gute Produktivitätspolitik und die sieht anders aus.

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