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Höhere Einkommen und längere Leben

Vor wenigen Wochen wurde vielerorts über Daten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung zu regionalen Unterschieden bezüglich der Lebenserwartung in Deutschland berichtet. In einkommensstarken Regionen haben Frauen und Männer durchschnittlich eine höhere Lebenserwartung als in einkommensschwachen Regionen. Ein detaillierter Blick auf die Daten lässt weitere interessante Schlüsse zu. Zum einen ist der Zusammenhang zwischen Einkommenshöhe und Lebenserwartung für Männer ausgeprägter als für Frauen. Zum anderen ist der Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und Markteinkommen stärker als der Zusammenhang zwischen Lebenserwartung und verfügbarem Einkommen. Faktoren, die zu längeren Lebenszeiten beitragen scheinen auch Markteinkommen positiv zu beeinflussen. Wir können alle längere und reichere Leben leben.

Grund zur Freude: Höhere Einkommen, längere Leben

Gemäß der Daten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung haben Männer in den 10 Kreisen mit den höchsten durchschnittlichen Markteinkommen eine Lebenserwartung bei Geburt von 79,78 und Frauen von 83,42 Jahren. In den 10 Kreisen mit den niedrigsten durchschnittlichen Markteinkommen haben neugeborene Männer eine Lebenserwartung von 75,42 Jahren und Frauen von 81,59 Jahren. Männer in den reichsten 10 Kreisen können also bei Geburt erwarten, etwa 4 Jahre länger zu leben als Männer in den ärmsten 10 Kreisen. Bei den Frauen beläuft sich der Unterschied bei insgesamt höherer Lebenserwartung auf etwa 2 Jahre.

Man kann die Daten betrachten und bedauern, dass Menschen in Regionen mit niedrigerem Einkommen eine geringere Lebenserwartung haben. Es ist aber auch möglich, die Daten zu betrachten und mit Freude festzustellen, dass höhere Einkommen mit höheren Lebenserwartungen einhergehen. Denn Einkommen und Lebenserwartungen aller können weiter steigen. Weder das Einkommen noch die Lebenserwartung einiger müssen fallen, wenn das Einkommen und die Lebenserwartung anderer steigen.

Stärkerer Zusammenhang für Männer

Die Daten des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung geben Aufschluss über die durchschnittliche Lebenswerwartung bei Geburt für Männer und Frauen über die Jahre 2011, 2012 und 2013 in den kreisfreien Städten und Landkreisen. Kombiniert mit entsprechenden Einkommensdaten für das Jahr 2013 zeichnen sie ein Bild des Zusammenhangs zwischen durchschnittlichen Pro-Kopf Einkommen und den Lebenserwartungen für 402 regionale Gebietskörperschaften.

In der folgenden Grafik sind die durchschnittlichen Lebenserwartungen und durchschnittlichen Primäreinkommen ? die Markteinkommen aus Arbeit und Vermögen ? für Männer und Frauen dargestellt.

Frauen haben durchschnittlich eine um etwas weniger als fünf Jahre höhere Lebenserwartung als Männer. Die niedrigere Steigung der Trendlinie für die Frauen deutet darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Markteinkommen und Lebenserwartung für sie weniger stark ausgeprägt ist als für Männer. Gleiches gilt für die Korrelationskoeffizienten zwischen Markteinkommen und Lebenserwartung, die sich auf 0,71 für Männer, aber nur 0,45 für Frauen belaufen.

Zum Unterschied zwischen Männern und Frauen hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Markteinkommen und Lebenserwartung mag eine stärkere physische Arbeitsbelastung gerade von Männern in Regionen mit relativ niedrigen Einkommen beitragen.

Stärkerer Zusammenhang für Markteinkommen

Neben Informationen bezüglich durchschnittlicher Markteinkommen stehen auch Angaben zu durchschnittlichen verfügbaren Einkommen auf Ebene der Kreise bereit. Die durchschnittlichen verfügbaren Einkommen zeigen an, wie hoch das Einkommen nach Steuern, Abgaben und Transfers ist, das Individuen für Konsumausgaben sowie Sparen zur Verfügung steht.

Der Zusammenhang zwischen dem durchschnittlichen verfügbaren Einkommen pro Person und der Lebenserwartung ist ebenfalls positiv. Allerdings ist er weniger stark ausgeprägt als für Markteinkommen. Die Trendlinien deuten abermals an, dass der Zusammenhang für Männer stärker ist als für Frauen, Die Korrelationskoeffizienten für Männer von 0,58 und Frauen von 0,35 zeichnen ein ähnliches Bild.

Ein stärkerer Zusammenhang zwischen Markteinkommen und Lebenserwartung als zwischen verfügbarem Einkommen und Lebenserwartung lässt den Schluss zu, dass vor allem Faktoren, die zu einem höheren Markteinkommen beitragen, sich positiv auf die Lebenserwartung auswirken, insbesondere von Männern. Ein höherer Bildungsabschluss, kürzere Perioden in der Arbeitslosigkeit, weniger physisch belastende Aufgaben, ein größeres soziales Netzwerk und ein gesunder Lebenswandel scheinen dazu beizutragen, die Lebenserwartung zu erhöhen. Dabei handelt es sich gerade um Faktoren, die auch einen positiven Einfluss auf das von Individuen erzielte Markteinkommen haben, das für die meisten Menschen während ihres Berufslebens vornehmlich aus ihrem Arbeitseinkommen besteht.

Reicher länger leben

Erfreulicherweise ist heute die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Männer und Frauen in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Eine höhere Lebenserwartung in Regionen mit höheren Einkommen führt einerseits vor Augen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung weiter steigen kann. Andererseits lässt sie den Schluss zu, dass Faktoren, die das Einkommen erhöhen auch die Lebenserwartung steigen lassen. Wünschenswert sind wirtschaftspolitische Maßnahmen, die für einen stärkeren Anreiz für Investititionen in die eigene Ausbildung sorgen, Eintrittsbarrieren auf dem Arbeitsmarkt abbauen und technologischen Fortschritt durch niedrigere steuerliche Belastung produktiver Tätigkeiten und Investitionen beschleunigen. Wir und unsere Nachfahren könnten noch längere Lebenszeiten bei noch höheren Einkommen genießen.

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