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IREF TOP 10 des Jahres 2015

Das Jahr 2015 war wirtschaftspolitisch ereignisreich. Die 10 meist gelesenen IREF-Beiträge des Jahres spiegeln Teile der wirtschaftspolitischen Diskussionen des ablaufenden Jahres wider. Unter den Top 10 finden sich viele altbekannte Themen, die uns auch in der Zukunft begleiten werden: Unabhängigkeit der Presse, Marktgläubigkeit von Ökonomen, Umverteilung, Staatsfernsehen, Fachkräftemangel, TTIP, Olympische Spiele und die am stärksten besteuerten Güter.

Platz 10: Unabhängige Presse als Korrektiv gegen Machtmissbrauch

Eine unabhängige Presse, die sowohl staatliche Akteure als auch private Interessengruppen davon abhält, ihre eigenen Interessen allzu aggressiv zu verfolgen, ist Bestandteil einer freiheitlichen Gesellschaft. Effektiv ist eine von politisch und wirtschaftlich Mächtigen unabhängige Pressearbeit zum einen durch die Aufdeckung von Verfehlungen, zum anderen durch die von ihr ausgehende Präventivwirkung. Eine freie Presse hilft, Machtmissbrauch einzuschränken. Internationale Daten zeigen, dass es in Deutschland an Pressefreiheit nicht mangelt. Weiterlesen...

Platz 9: Sind Ökonomen zu marktgläubig?

Ökonomen wird – insbesondere durch Vertreter anderer Disziplinen – oft vorgeworfen, die Vorzüge des Marktes zu übertreiben und die Erfolgsaussichten staatlicher Eingriffe systematisch herunterzuspielen. Die Wirtschaftswissenschaften seien zu „marktgläubig“ und staatsskeptisch, was sich sowohl in der Forschung als auch in der Lehre und Politikberatung widerspiegle.

Tatsächlich beschäftigen sich Ökonomen intensiver mit den Ursachen und Folgen staatlichen Versagens als andere Sozialwissenschaftler. Die ökonomische Analyse staatlichen Versagens ist in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem wichtigen Forschungsprogramm avanciert.

Dennoch trifft der Vorwurf einseitiger Marktgläubigkeit nicht zu: Ein Blick in die durch Googles Digitalisierungsprojekt bereitgestellte Begriffsnennungsstatistik ngram offenbart, dass über Marktversagen in der Literatur weitaus häufiger diskutiert wird als über Staatsversagen, wenngleich die Diskrepanz in der deutschsprachigen Literatur weniger ausgeprägt ist. Angesichts der prominenten Rolle, die der Staat in unserem Wirtschaftssystem spielt, drängt sich die Frage auf: Weshalb wird so wenig über Staatsversagen gesprochen? Weiterlesen...

Platz 8: Deutschland verteilt erfolgreich um - und falsch

Wird der Erfolg oder Misserfolg staatlicher Umverteilung an der Angleichung der Einkommen bemessen, weist der deutsche Staat im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eine erfolgreiche Bilanz vor. Der deutsche Fiskus gleicht Einkommen von Beziehern hoher und niedriger Markteinkommen relativ erfolgreich an. Allerdings schiebt der deutsche Staat in hohem Maße auch unnötig Mittel zwischen Haushalten, die sich in Bezug auf ihr Einkommen sehr ähneln, hin und her. Das Verteilen von Geldern innerhalb der Mittelschicht sollte der Staat sich und vor allem den Steuerzahlern ersparen. Das Elterngeld ist ein Beispiel für die Umverteilung insbesondere von und zur Mittelschicht.

Müssten Haushalte mit mittleren Einkommen weniger Abgaben an den Staat leisten und könnten sie im Gegenzug weniger von ihm beziehen, ließen sich die derzeit für das Hin- und Herschieben von Mitteln verwandten Ressourcen anderweitig einsetzen. Dabei könnte der Grad der Umverteilung unverändert bleiben und insbesondere den Haushalten der Mittelklasse mehr Verfügungsgewalt über ihr Budget gewährt werden. Weiterlesen...

Platz 7: Staatsfernsehen teuer und obsolet?

Im Februar machte die Nachricht die Runde, die Mehreinnahmen der öffentlichen Rundfunkanstalten würden die von der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) im Februar 2014 prognostizierten Mehreinnahmen für den Zeitraum 2013 bis 2016 von 1,2 Milliarden Euro noch übersteigen. Das ist angesichts der im internationalen Vergleich zuvor bereits hohen Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bemerkenswert. Die Ausgaben pro Kopf für den öffentlichen Rundfunk waren in Deutschland im internationalen Vergleich schon vor den zusätzlichen Einnahmen die dritthöchsten. Auch die Ausgaben pro Zuschauer sind in Deutschland höher als in anderen Ländern, deren Bürger ebenfalls nicht unterinformiert sind. Weiterlesen...

Platz 6: Wenn Bundesländer Staaten wären

Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt. 2014 war das Pro-Kopf-Einkommen weltweit gemäß der Angaben des Internationalen Währungsfonds in lediglich 17 Ländern höher als in Deutschland. In 169 weiteren Staaten fiel es hingegen niedriger aus. Aber die Unterschiede innerhalb Deutschlands sind markant. Ein Vergleich der Bundesländer mit europäischen Ländern verdeutlicht diese: Während das Pro-Kopf-Einkommen in Kaufkraftparitäten in Hamburg höher ist als in Norwegen, fällt es in Mecklenburg-Vorpommern niedriger aus als in Slowenien. Die verfehlte Arbeitsmarktpolitik der Nachwendejahre in Ostdeutschland sollte Wirtschaftspolitikern eine Lehre sein. Weiterlesen...

Platz 5: Mythos vom Mangel an Fachkräften

Vom Fachkräftemangel ist seit Jahrzehnten immer wieder die Rede, vor allem seit den 2000er Jahren. So wird beispielsweise im Rahmen der aktuellen Flüchtlingsdebatte regelmäßig diskutiert, ob Flüchtlinge zur Lösung des vermeintlichen Problems des Fachkräftemangels beitragen könnten. Sie können es nicht, denn ein Problem eines Fachkräftemangels liegt schlicht nicht vor. Der sogenannte „Fachkräftemangel“ beschreibt lediglich eine Situation, in der Unternehmen ausgeschriebene Stellen nicht besetzen, weil sie nicht bereit sind, die dafür notwendigen höheren Löhne zu zahlen.

Unternehmen und indirekt die Kunden von Unternehmen würden gerne niedrigere Löhne für die von Fachkräften verkaufte Facharbeit bezahlen, aber ein Problem liegt darin nicht begründet. Wie Teilnehmer auf anderen Märkten, nutzen Unternehmen und Facharbeiter unbewusst den Preismechanismus und sorgen dafür, dass Facharbeit dort zum Einsatz kommt, wo sie von Kunden am meisten wertgeschätzt wird. Weiterlesen...

Platz 4: TTIP und der BDI: Unternehmer für Freihandel?

Die Diskussion um die geplante Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) erhitzt die Gemüter. Zahlreiche NGOs, Parteien und Interessenverbände haben Kritik an dem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU geäußert: Zu marktwirtschaftlich, zu amerikanisch, zu viel Hinterzimmer-Politik. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) unterstützt TTIP mit aller Kraft. Das mag auf den ersten Blick verwundern. Denn auch wenn die für Konsumenten segensreiche Wirkung des Freihandels kaum zu bestreiten ist, haben alteingesessene Unternehmen durch die Marktöffnung und die damit einhergehende intensivere Konkurrenz möglicherweise eine Menge zu verlieren. Haben die Industrieverbände das Allgemeinwohl für sich entdeckt? Oder treiben andere Motive sie an? Weiterlesen...

Platz 3: Lohnquote und gewerkschaftlicher Organisationsgrad

In den vergangenen Monaten lief die Kooperation zwischen Unternehmensvertretern und Gewerkschaften anscheinend nicht sonderlich rund. Um die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten, riefen Gewerkschaften wiederholt zum Streik auf oder drohten zu streiken. Obwohl einige der Gewerkschaften derzeit nicht zu übersehen sind, vertreten sie immer weniger Beschäftigte. Seit 1980 ist der Anteil der gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in Deutschland von 35% auf 18% im Jahre 2013 gefallen. Über den gleichen Zeitraum ist auch die Lohnquote gefallen; der Anteil der Summe der Arbeitnehmerentgelte am gesamten Einkommen, dem Bruttoinlandsprodukt. Ein Blick über Deutschlands Landesgrenzen hinweg deutet jedoch darauf hin, dass der gewerkschaftliche Organisationsgrad in keinem systematischen Verhältnis zur Lohnquote steht. Gewerkschaften scheinen zu Recht ein Auslaufmodell zu sein. Weiterlesen...

Platz 2: Olympische Spiele: Keine lohnende Investition

Der deutsche Bewerber für die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2024 steht fest. Nachdem sich zuletzt abzeichnete, dass die Berliner Bevölkerung für eine Olympia-Bewerbung nicht zu begeistern ist, fiel die Wahl auf Hamburg. Lokalpolitiker der Hansestadt rühren bereits eifrig die Werbetrommel und versprechen den Hamburger Bürgern neue Jobs, Investitionen in die Stadtentwicklung und hohe Einnahmen aus dem Olympia-Tourismus.

Doch die historische Erfahrung zeigt: Ein Olympia-Wirtschaftswunder wie 1992 in Barcelona lässt sich aufgrund der hohen Unsicherheit über Kosten und Verlauf der Spiele nicht im Vorhinein planen. Zwar profitieren einzelne Gruppen wie die Baubranche und auch die Kommunalfinanzen werden nicht belastet, doch die Kosten werden auf die Gesamtheit der deutschen Steuerzahler umgelegt. Mit Boston und Paris haben zwei Konkurrenten Hamburgs bereits ein Konzept vorgelegt, das sich auf eine private Finanzierung stützt. Solch eine Alternative wäre sowohl für Hamburg als auch die Steuerzahler lohnend. Weiterlesen...

Platz 1: TOP 5 der am stärksten besteuerten Güter

In Deutschland belastet Verbraucher ein relativ hoher Strompreis. Grund dafür ist nicht zuletzt die starke Belastung durch Steuern und Abgaben, die erstaunlicherweise für die Stromproduktion aus Kohle niedriger ist als für die aus Erdgas. Nicht nur dort scheint dem deutschen Fiskus der Energieträger wichtig zu sein: So ist die Steuerlast für Benzin höher als die für weniger umweltfreundlichen Diesel. Aufgrund der recht hohen absoluten Steueruntergrenze fiel der Preisrückgang der beiden Kraftstoffarten dieses Jahr verhalten aus, obwohl der Ölpreis seit Jahresbeginn um fast die Hälfte gesunken ist. Die kuriose Besteuerung der beiden Güter Strom und Benzin ist kein Einzelfall. Auch Zigaretten, hochprozentiger Alkohol und Kaffee werden mit außergewöhnlich hohen Steuern belegt, die zum Teil bemerkenswerte Eigenschaften aufweisen und Geringverdiener tendenziell stärker treffen. Weiterlesen...

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