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Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


IREFs Steuerjahrbuch 2012

Wie haben die von der Krise betroffenen Staaten Europas reagiert? Haben sie die Steuern angehoben oder gesenkt? Wie hat sich die Sparpolitik ausgewirkt? Welche Länder sind die Musterschüler? Antworten auf diese und andere Fragen finden Sie in der neuesten Version des von IREF alljährlich herausgegebenen Steuerjahrbuches.

Seit über 10 Jahren widmen sich Forscher im Auftrage IREFs den Veränderungen der Steuersysteme der Mehrzahl der Europäischen Staaten, die sich innerhalb von einem Jahr ergeben haben. Die Schlussfolgerungen ähneln sich Jahr für Jahr: Die Schweiz steht am besten dar. Aber das Jahr 2011 war geprägt von bemerkenswerten Ereignissen.

So hat Portugal gegen Mitte 2011 einen strengen Sparkurs eingeschlagen. Die Bemühungen schlagen sich auf der Einnahmen- und Ausgabenseite des Staates nieder und umfassen auch Strukturreformen, die sich potentiell langfristig positiv auswirken werden. Die Liste der reformierten Sektoren ist beträchtlich und betreffen sind unter anderen der Wohnungsmarkt, die Vergabe öffentlicher Aufträge und die Justiz. Das Staatsdefizit wurde auf 4,2% des BIP reduziert. Auch in Irland wurden erhebliche Anstrengungen unternommen. Im Jahre 2011 betrieb Irland eine sehr sparsame Haushaltspolitik. Dabei wurden zwei Drittel der Einsparungen durch Haushaltskürzungen herbeigeführt. Trotz der Krise in Europa belief sich die Unternehmenssteuer weiterhin auf 12,5% und die Einkommenssteuerbelastung wurde gesenkt. Einige Länder, wie beispielsweise Österreich und Schweden, standen im Jahre 2011 gut dar, weil sie von hohen Wachstumraten profitierten. Belgien, häufig als Steuerparadies wahrgenommen (insbesondere von Franzosen), ist 2011 weniger attraktiv für Wohlhabende geworden, weil es sein Bankgeheimnis aufgegeben hat.

In anderen Staaten bleibt man der „Flat Tax“ treu, um der Krise zu trotzen: in Rumänien, Bulgarien und Litauen wurden die Pauschalbesteuerungssysteme nicht angerührt. In Deutschland und Großbritannien wurden die Belastungen für Unternehmen verringert. Scheinbar hat man dort besser verstanden, dass Wohlstand auf einem gesunden privaten Sektor basiert, als in Ländern wie Dänemark und Frankreich, wo die Steuerbelastung zugenommen hat. In Dänemark wurde eine Steuer auf ungesunde Nahrungsmittel eingeführt und in Frankreich werden wohlhabende Mitglieder der Gesellschaft zur Kasse gebeten.

Der Fall Großbritanniens ist interessant. Zunächst hat David Cameron empfindliche Haushaltskürzungen angekündigt. 700.000 Stellen plant die Regierung con 2011 bis 2017 abzubauen, 100.000 pro Jahr. Zudem konnte man in Großbritannien die negativen Konsequenzen der von der Regierung Gordon Browns eingeführten Reichensteuer auf die Steuereinnahmen beobachten. Unter Grodon Brown wurde 2009 eine „Super Tax for the Super Rich“ eingeführt, um den Staatshaushalt aufzubessern. Der Steuersatz auf Einkommen über 150.000 Pfund (etwa 186.000 Euro) wurde von 40% auf 50% erhöht. Die Erhöhung sollte zu zusätzlichen Steuereinnahmen in Höhe von 7,2 Mrd. Pfund führen. Zwei Jahre nach Einführung der Reichensteuer lässt sich das Ergebnis bewerten: Die von den Reichen abgeführten Steuerzahlungen sind von 116 Mrd. Pfund auf 87 Mrd. Pfund zurückgegangen, ein Rückgang von nahezu 30 Mrd. Pfund. Angesichts der niedrigen Steuereinnahmen hat Camerons Regierung den Höchststeuersatz wieder auf 40% gesetzt.

Es verbleiben die Schweiz und Luxemburg als Häfen der steuerlichen Ruhe. Der Wettbewerb zwischen den Schweizer Kantonen ist intensiv und tut der Wirtschaft des Landes gut.

IREFs Steuerjahrbuch zeigt, dass auch in Zeiten der Krise die Diversität der Steuersysteme in Europa erhalten geblieben ist. Die Steuerlast variiert von Staat zu Staat, aber es lässt sich – mit Ausnahme von Frankreich und Dänemark – ein Trend hin zu geringerer steuerlicher Belastung und damit einhergehenden Ausgabenkürzungen erkennen.

IREFs Steuerjahrbuch 2012

PDF - 1.3 MB

Dies ist nur ein Auszug der im Steuerjahrbuch präsentierten Ergebnisse. Wenn Sie mehr wissen wollen über das Europäische Steuerjahr 2011, laden Sie sich IREFs aktuelles Steuerjahrbuch auf Englisch herunter.

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