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Juristische Personen tragen keine Steuerlast
Natürliche Personen tragen die gesamte Last

Regelmäßig wird über niedrige Steuerzahlungen zumeist großer international tätiger Unternehmen berichtet, wie beispielsweise Apple. In der Diskussion über von Unternehmen geleistete oder nicht geleistete Steuerzahlungen bleibt häufig unberücksichtigt, dass die gesamte Steuerlast stets von natürlichen Personen zu tragen ist. Es ist schlicht unmöglich, die Steuerlast der Gesamtheit aller natürlichen Personen zu verringern, indem die Steuerlast von Unternehmen erhöht wird.

Die Steuerlast trifft unweigerlich natürliche Personen

Juristische Personen, wie z.B. Unternehmen, können als rechtliche Einheiten verpflichtet sein, Überweisungen von Steuerzahlungen an den Staat zu tätigen. Die Steuerlast verbleibt jedoch zwingend bei den mit der juristischen Person verbundenen natürlichen Personen. Unternehmen, die als juristische Personen geführt werden, sind lediglich von natürlichen Personen kreierte rechtliche Vehikel. Um zu beurteilen, wer tatsächlich durch eine Steuer auf Unternehmen belastet wird, muss gewissermaßen durch die Fassade der juristischen Person auf die natürlichen Personen hindurchgesehen werden. Bei der Betrachtung der Last einer Steuer auf Unternehmensgewinne fällt der Blick zunächst auf die Eigentümer des Unternehmens. Sie sind direkt betroffen. Als natürliche Personen tragen sie die Gewinnsteuerlast, die vermeintlich den Unternehmen auferlegt wird. Im Falle von Apple tragen Millionen von Anlegern, die entweder direkt oder über Aktienfonds Eigentümer der sich zu etwa 90% im Streubesitz befindlichen Aktien sind, die Gewinnsteuerlast. Aber indirekt leiden auch andere Akteure unter der Last einer Gewinnsteuer. Haben die Eigentümer von Unternehmen aufgrund einer höheren Gewinnsteuer weniger Anreiz, zusätzliche Investitionen zu tätigen, fragen sie weniger Arbeit nach. Durch niedrigere Löhne oder eine höhere Wahrscheinlichkeit, arbeitlos zu sein, bekommen auch die Arbeitnehmer die Last der Gewinnsteuer zu spüren.

Auch die OECD suggeriert: Steuerlast wird von Unternehmen getragen

Es kann ohne Frage vom Gesetzgeber gewollt sein, die Eigentümer von Unternehmen mittels einer Steuer auf Unternehmensgewinne zu belasten. Es sollte jedoch nicht der falsche Eindruck entstehen, die Unternehmen selbst als juristische Personen würden einen Teil der Last tragen. Leider erweckt auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gerade diesen Eindruck. Im Juli hat sich die OECD den Rufen nach einer höheren Besteuerung von Unternehmen angeschlossen und einen Aktionsplan "gegen die Erosion von Steuerbemessungsgrundlagen und die Gewinnverlagerung" veröffentlicht. Der Aktionsplan betont die Steuervermeidungsaktivitäten insbesondere von Unternehmen, die über Staatsgrenzen hinweg aktiv sind. Ebenso wie die Eigentümer eines Unternehmens unter der Last einer Steuer auf Unternehmensgewinne leiden, so profitieren sie als natürliche Personen von der Vermeidung der Steuerzahlung durch das Unternehmen. Der Aktionsplan der OECD weist leider auf diesen Sachverhalt nicht explizit hin.

Jedes Kollektiv besteht aus Individuen

Wenn wir über das Agieren von Individuen in Kollektiven sprechen, abstrahieren wir regelmäßig. Anstatt die Aktionen einzelner Individuen zu beschreiben, tun wir so, als agiere das Kollevtiv. Dann spielen Mannschaften, Parlamente treffen Entscheidungen, Regierungen vetreten Standpunkte, Nachrichtendienste belauschen Bürger und Unternehmen verkaufen Produkte, erzielen Gewinne (oder Verluste) und zahlen Gewinnsteuern. Obwohl Abstraktion sinnvoll ist, um die Hervorhebung relevanter Aspekte einer Beobachtung zu ermöglichen, sollte sie nicht dazu verleiten, zu verkennen, dass jedes Kollektiv aus Individuen besteht. Wenn es gilt, bessser zu verstehen, wer die Last der Besteuerung von Unternehmen trägt, ist angezeigt, durch dass Kollevtiv Unternehmen auf die Individuen hindurchzusehen, die das Kollektiv bilden. Sie sind es, die Entscheidungen treffen, von Gewinnen und Beschäftigung profitieren und die Steuerlast tragen.

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