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Kaum Spenden an den Staat
Spender ziehen nicht-staatliche Einrichtungen dem Staat vor

Die Spenden privater Haushalte beliefen sich in den vergangenen Jahren in Deutschland laut 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung auf etwa 5 Milliarden Euro jährlich. Gespendet wird für soziale, kirchliche, kulturelle, gemeinnützige und wohltätige Zwecke. Wie hoch waren die Spenden privater Haushalte an den Staat? Scheinbar hat der Bund im Jahre 2011 25.000 Euro, im Jahre 2010 gar 110.771 Euro, aber in den Jahren 2008 und 2009 keinen einzigen Euro in Form von "freiwilligen Geldleistungen" erhalten. Mehrere Milliarden Euro werden an nicht-staatliche Organisationen und einige zehn- oder hundertausende Euros an den Bund gespendet. Die privaten Haushalte machen deutlich, wo sie ihre Spendengelder in guten Händen sehen.

Befürworter von Steuererhöhungen: „Das Staat setzt zusätzliche Mittel effektiv ein“

Seit der Wahl am 22. September steht die Steuerdebatte im Mittelpunkt des öffentlichen Diskurses. Die Fürsprecher von Einkommensteuererhöhungen führen zwei hauptsächliche Gründe ins Feld. Erstens, eine stärkere Besteuerung der Personen mit relativ hohen Einkommen solle dem Zweck der Umverteilung dienen. Zweitens, eine Steuererhöhung sei angezeigt, um notwendige zusätzliche Ausgaben des Staates zu finanzieren. Das zweite Argument der Fürsprecher von Einkommensteuererhöhungen deutet darauf hin, dass sie dem Staat zutrauen, zusätzliche Mittel effektiv einzusetzen.

Spendenverhalten: „Nicht-staatliche Einrichtungen setzen zusätzliche Mittel effektiver ein als der Staat“

Das Spendenverhalten privater Haushalte in Deutschland zeichnet ein anderes Bild. Die Spender scheinen dem Staat deutlich weniger zuzutrauen. Die Spender mögen ebenfalls davon ausgehen, dass zusätzliche Mittel dem Staat die Möglichkeit geben würde, zusätzliche für die Bürger hilfreiche Leistungen zur Verfügung zu stellen. Würden die spendenden Bürger den Staat angesichts der bereits erzielten Steuereinnahmen als diejenige Organisationen wahrnehmen, die ihre Spendengelder am effektivsten einsetzt, würden sie den Staat, wenn nicht immer, so doch zumindest häufiger als Begünstigten ihrer Spenden einsetzen. Aber die Spenden der Bürger an nicht-staatliche Organisationen übersteigen die Spenden an den Staat um ein Vielfaches. Dieses Verhältnis macht offenbar, dass die Bürger den nicht-staatlichen Organisationen einen wesentlich effektiveren Einsatz der Mittel zutrauen als dem Staat.

Steuerliche Aspekte sind nicht ausschlaggebend für geringes Spendenvolumen an den Staat

Auch der Umstand, dass sogenannte "freiwillige Geldleistungen" an den Staat steuerlich nicht geltend gemacht werden können, während Spenden an nicht-staatliche Organisationen das zu versteuernde Einkommen reduzieren können, erklärt das niedrige an den Staat fließende Spendenvolumen nicht. Ganz im Gegenteil. Wer an nicht-staatliche Organisationen spendet, reduziert die Steuereinnahmen des Staates. Wäre der Staat in den Augen der Spender die im Umgang mit zusätzlichen Mitteln effektivste Organisation, hätten sie allen Grund, ihre Steuerschuld nicht durch Spenden an nicht-staatliche Organisationen zu reduzieren und würden zusätzlich dem Staat "freiwillige Geldleistungen" zukommen lassen.

Spendenverhalten spricht Bände: Mehr Zivilgesellschaft, bitte.

Die Befürworter von Steuererhöhungen wollen die Aktivitäten des Staates ausweiten. Das Spendenverhalten der privaten Haushalte suggeriert, dass sich die Bürger eine gewichtigere Rolle der Zivilgesellschaft und nicht-staatlicher Organisationen als ihre Vertreterinnen wünschen. Dem Wunsch der Bürger sollte Folge geleistet werden.

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