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Markttransparenzstelle für Kraftstoffe
Kostspieliger bürokratischer Unsinn

Regelmäßig stehen zu Beginn der Ferienzeit und vor Feiertagen Mineralölunternehmen und Tankstellen am Pranger. Sie werden beschuldigt, den gemeinen deutschen Autofahrer mittels höherer Benzinpreise auszubeuten. Auf die vermeintlichen Machenschaften der Verkäufer von Benzin hat die Bundesregierung reagiert und das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie hat die Einrichtung einer Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt verordnet. Tankstellen sollen in Zukunft innerhalb von 5 Minuten jede Preisänderung an die Markttransparenzstelle übermitteln, die die Preisdaten Endverbrauchern zur Verfügung stellt. Geholfen wird den Bürgern dadurch nicht. Denn leider werden Steuermittel aufgewandt, um mehr Transparenz auf einem Markt zu schaffen, der bereits sehr transparent ist. Diese Episode illustriert, wie viel die Mitglieder der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und auch Autofahrer noch über die Preisbildung auf Märkten lernen können.

Nichts Neues: Angebot und Nachfrage diktieren im Zusammenspiel den Marktpreis

Auf Märkten kommen Anbieter und Nachfrager zusammen. In einer bestimmten Periode – einer Stunde, einem Tag, einer Woche, einem Monat, einem Jahr – sind Anbieter bereit, zu gewissen Preisen eine gewisse Anzahl an Einheiten eines Gutes zu verkaufen, während Nachfrager bereit sind, zu gewissen Preisen eine gewisse Anzahl an Einheiten eines Gutes zu kaufen. In einer Periode bieten die Anbieter mehr an je höher der Preis ist, während die Nachfrager mehr nachfragen je niedriger der Preis ist. Im Gleichgewicht entsprechen sich die angebotene und die nachgefragte Menge: Nachfrage und Angebot bestimmen gemeinsam den Marktpreis. Zu einer Erhöhung des Marktpreises kommt es, wenn entweder das Angebot sinkt – das heißt bei jedem Preis bieten die Anbieter weniger an – oder die Nachfrage steigt – das heißt bei jedem Preis fragen die Nachfrager mehr nach.

Ferienzeit: Die Nachfrage nach Benzin steigt und der Preis steigt mit

In Bezug auf die Preisbildung verhält es sich auf dem Markt für Benzin wie auf jedem anderen Markt, wie z.B. dem Markt für Wohnungen oder dem Markt für Arbeit. Steigt die Nachfrage, dann steigt auch der Preis. Wenn die autofahrenden Bundesbürger sich zur Ferienzeit oder über die Feiertage auf große Fahrt begeben, steigt die Nachfrage. Bei jedem Preis ist dann die nachgefragte Menge Benzin innerhalb einer Periode – einem Tag oder einer Woche – größer als zuvor und der Preis für Benzin steigt. Die Tankstellen sind nur bereit, zu höheren Preisen pro Liter Benzin innerhalb einer Periode mehr Benzin abzugeben, unter anderem weil ihre Kosten für die Lagerhaltung steigen und sie selber mehr für den Rohstoff bezahlen, wenn in ganz Europa Tankstellen ihre Vorräte aufstocken. Die Preisschwankungen wären relativ stärker und der Preis für Benzin deutlich niedriger, würde nicht ein Großteil des Literpreises an den Staat abgeführt werden. Angebot und Nachfrage beeinflussen nur den Teil des Preises, der nicht durch die Mineralölsteuer fixiert wird. Derzeit werden in Deutschland unabhängig vom Literpreis für Benzin 65,45 Cent Mineralölsteuer fällig. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer, so dass bei einem Literpreis von 1,60 Euro etwa 90 Cent an den Staat abgegeben werden – immerhin 56%.

Transparenter Benzinmarkt

Der Markt für Benzin ist für Endverbraucher transparenter als die meisten anderen Märkte. Was zeichnet den Markt für Benzin aus? Es werden standardisierte Güter verkauft. Eine Sorte Benzin bei einer Tankstelle weist genau die gleichen Eigenschaften auf wie das Benzin der selben Sorte bei einer anderen Tankstelle. Ganz anders verhält es sich beispielsweise auf den Märkten für Wohnungen und Arbeit. Angesichts standardisierter Produkte konkurrieren Tankstellen über den Preis. Es ist kein Zufall, dass der Markt für Benzin einer der wenigen ist, auf dem die Anbieter ihre Preise potentiellen Kunden mit Hilfe von überdimensionierten Preistafeln mitteilen.

Es bedarf keiner zusätzlichen kostspieligen Transparenz

Scheinbar basierend auf einem Missverständnis der Konzepte von Angebot und Nachfrage soll auf diesem Markt jetzt die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe für zusätzliche Transparenz sorgen, um Nachfrager vor Anbietern zu schützen. Private Dienstleister wie www.benzinpreis.de ... sammeln bereits Benzinpreisdaten und stellen sie Autofahrern gebührenfrei zur Verfügung. Wären ausreichend Autofahrer bereit, für detaillierte Informationen zu bezahlen, gäbe es private Anbieter, die diese gegen Entgelt bereitstellten. Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe nicht notwendig ist und die für sie verwandten Steuergelder auf Kosten der Bürger verschwendet werden. Die Tranzparenzstelle wird eine bürokratische Einheit sein, die versucht, für mehr Transparenz auf einem Markt zu sorgen, auf dem es keiner zusätzlichen durch staatliche Einrichtungen geschaffenen Transparenz bedarf. Was es jedoch bedarf: Eines besseren Verständnisses von Angebot und Nachfrage, insbesondere in Regierungskreisen.

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