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Nicht zu verwechseln: Vetternwirtschaft und Marktwirtschaft

Die Vetternwirtschaft, die Anstoß findet beispielsweise bei den Mitgliedern der Occupy Wall Street Bewegung, hat mit einer Marktwirtschaft reichlich wenig gemein. In einer Vetternwirtschaft werden die Regeln der Marktwirtschaft für Privilegierte außer Kraft gesetzt.

In einer Marktwirtschaft gelten für alle die gleichen Regeln und es ist keine zentrale Organisation, ist kein Zentralkommittee für die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen verantwortlich. Die Verteilung von Gütern und Dienstleistungen wird dezentral durch die Interaktion von Millionen von Menschen herbeigeführt.

Wir alle verfolgen Ziele und schmieden Pläne, um diese Ziele zu erreichen. In einer Marktwirtschaft hilft uns der Preismechanismus, unsere Pläne miteinander in Einklang zu bringen. Die Koordination ist nicht perfekt. Einige Pläne gehen schief und die mit ihnen verfolgten Ziele bleiben unerreicht. Die Zukunft ist unwiderruflich unsicher – nicht zuletzt dadurch, dass wir kein perfektes Wissen über die Pläne anderer haben. Aber die durch Preise gesandten Signale helfen uns, unsere Pläne miteinander abzustimmen. Wenn zum Beispiel die Nachfrage nach einer bestimmten Dienstleistung steigt – hierzu gehört auch Arbeit – signalisiert uns ein Preisanstieg, dass unsere Mitmenschen mehr von dieser Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen. Ebenso wird uns der Rückgang der Nachfrage unserer Mitmenschen nach einem Gut durch den Fall seines Preises signalisiert.

Im Vorteil ist, wer die zukünftige Preisentwicklung besser voraussieht als andere und heute kauft oder produziert was er morgen zu einem höheren Preis verkaufen kann. Wessen Kosten für eingesetze Ressourcen niedriger sind als die erzielten Erlöse, macht Gewinn. Wer einen Verlust erzielt, erfährt, dass sein Einsatz der Ressourcen nicht ausreichend zu den Plänen seiner Mitmenschen passte. Seine Kosten übersteigen den Erlös. Es wird nur belohnt, wer die Pläne anderer richtig antizipiert. Eine Marktwirtschaft, in der der Preismechanismus zur Koordinierung von Plänen genutzt wird, ist also ein System, in dem immer sowohl Gewinne als auch Verluste erzielt werden.

Ein System, in dem Gewinne von Einzelnen einbehalten, aber Verluste auf die Gesellschaft abgewälzt werden können, ist kein marktwirtschaftliches System. Eine derartige Vetternwirtschaft bevorzugt Marktteilnehmer, die gute Beziehungen zu politischen Würdenträgern unterhalten und benachteiligt die übrigen Mitglieder der Gesellschaft. Im Zuge der Finanzkrise der letzten Jahre wurde Finanzinstituten und deren Gläubigern diesseits und jenseits des Atlantik staatliche finanzielle Unterstützung zuteil. Gewiss gereichten diese unterstützenden Maßnahmen den Aktionären der Finanzinstitute und ihren Gläubigern zum Vorteil. Der Nutzen der staatlichen finanziellen Unterstützung konzentrierte sich dabei auf die Interessengruppen im Umfeld der Finanzinstitute. Die Kosten hingegen wurden auf die Massen der Steuerzahler verteilt. In einer Vetternwirtschaft können Mitglieder von starken Interessengruppen Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Solange die Regeln der Marktwirtschaft von der Politik für ausgewählte Interessengruppen ausser Kraft gesetzt werden, werden sich Mitglieder dieser Gruppen weiterhin verantwortungslos verhalten und zu hohe Risiken auf sich nehmen. Erst wenn die Politik die Regeln der Marktwirtschaft nicht mehr aufhebt, wenn es für starke Interessengruppen ungemütlich wird, wird es für die Steuerzahler gemütlicher.

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