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Niedrigere Besteuerung, mehr Tausch von Arbeit
Geringe Steuern auf Arbeit: Weniger Arbeitslosigkeit

Ein altbekanntes Phänomen: Es herrscht Arbeitslosigkeit und Politiker wollen diese bekämpfen, indem sie Bedingungen für zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das gängige Rezept: Ausweitung der Staatsausgaben und Investitionsprogramme. Zahlen für OECD-Länder zeigen jedoch, dass tendenziell die Arbeitslosigkeit gering und die Anzahl individueller jährlicher Arbeitsstunden hoch sind, wo die Steuern auf Arbeit gering sind. Ein vielversprechenderes Rezept für Politiker, Bedingungen für zusätzliche Transaktionen auf dem Markt für Arbeit zu schaffen und somit die Arbeitslosigkeit zu senken, wäre es deshalb, die Steuern auf Arbeit zu senken.

Arbeitslosigkeit international: Große Unterschiede möglich

Ein internationaler Vergleich offenbart, dass die Arbeitslosenraten von Land zu Land sehr unterschiedlich sein können. 2014 wiesen etwa Südkorea und Japan mit Werten von 3,5% bzw. 3,6% relativ niedrige Arbeitslosenraten auf, während sie im gleichen Jahr in den USA oder der Türkei mit 6,2% bzw. 9,9% deutlich höher lagen.

2014 betrugen die Arbeitslosenraten von Frankreich 9,9%, die von Italien 13,2% und die von Portugal 13,9%. In Spanien und Griechenland beliefen sie sich sogar auf 24,4% bzw. 26,5%. Damit war in diesen beiden Ländern mehr als jeder Vierte Erwerbsfähige unbeschäftigt. Deutschland kam mit einer Arbeitslosenrate von 5,0% in 2014 vergleichsweise gut davon.

Bekämpfung von Arbeitslosigkeit: Agenda vieler Politiker

Wie Arbeitslosigkeit bekämpft werden kann und wie Bedingungen für neue Arbeitsplätze geschaffen werden können, darüber wird politisch kontrovers gestritten. Regelmäßig werden jedoch Erhöhungen der Staatsausgaben und Investitionsprogramme vorgeschlagen und durchgesetzt.

Ein gutes Beispiel dafür ist das von Kommissionpräsident Jean Claude-Juncker vorangetriebene Investitionspaket der Europäischen Union. Mit einem Volumen von 315 Milliarden Euro soll die Europäische Kommission dabei als eine Art Bank fungieren und Investitionen tätigen. Die Steuerzahler der Mitgliedsstaaten, die das Paket letztendlich finanzieren werden, tragen unfreiwillig das Risiko des Scheiterns des Vorhabens.

Höhere Staatsausgaben sind alles andere als ein Garant für niedrige Arbeitslosenraten. Im Gegenteil: Länder mit durchschnittlich geringeren Staatsausgaben weisen im Durchschnitt auch eine geringere Arbeitslosigkeit auf. Es gilt also, wie so oft: Weniger ist manchmal mehr.

Arbeitslosenrate in Ländern mit hohen Steuern auf Arbeit höher

Zu einem ähnlichen Schluss kann man kommen, wenn man sich unlängst veröffentlichte Daten der OECD zur länderspezifischen Besteuerung von Arbeit im Jahre 2014 anschaut und sie Arbeitslosenraten Ende 2014 gegenüber stellt. Die OECD untersucht jährlich die Höhe der Besteuerung von Arbeit durch Einkommensteuern und Sozialversicherungsbeiträge – die wie Steuern wirken – in 34 Ländern.

In den eingangs erwähnten Länder Südkorea (Besteuerungsrate: 21,5%) und Japan (Besteuerungsrate: 31,9%), in denen Arbeit relativ schwach besteuert wird, war Arbeitslosenrate mit 3,5% bzw. 3,6% vergleichsweise gering. Die von Arbeitslosigkeit stark betroffen EU-Staaten Frankreich (Arbeitslosigkeit 2014: 9,9%), Italien (13,2%), Portugal (13,9%), Spanien (24,4%) und Griechenland (26,5%) wiesen dagegen deutlich höhere Besteuerungsraten von 48,5% (Frankreich), 48,2% (Italien), 41,2% (Portugal), 40,7% (Spanien) bzw. 40,4% (Griechenland) auf.

Steuern auf Arbeit runter, Arbeitsstunden rauf

Eine Gegenüberstellung der Daten der OECD zur Besteuerung von Arbeit mit den Angaben des Organisation Conference Board zur weltweit aufgewendeten Zeit für Arbeit zeigt, dass es 2013 - jüngere Daten stehen derzeit nicht zur Verfügung - einen positiven Zusammenhang zwischen niedriger Besteuerung von Arbeit und der Arbeitszeit sowohl pro Beschäftigtem als auch pro Mitglied der gesamten Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter gab.

Staaten, die eine geringere Besteuerung auf Arbeit vornehmen, weisen im Durchschnitt höhere Arbeitsstunden je Beschäftigtem auf. Es werden mehr Arbeitseinheiten gemessen in Stunden zwischen Anbietern und Nachfragern getauscht. Diese Erkenntnis ist nicht neu. So hat Ökonom und Nobelpreisträger Edward C. Prescott in einem bekannten Papier auf Unterschiede hinsichtlich der Steuersätze zwischen den USA und Europa als Erklärung für höhere jährliche Arbeitsstunden in den USA verwiesen.

Die Unterschiede sowohl bezüglich der jährlichen Arbeitsstunden als auch der Steuern auf Löhne sind markant. Ein Erwerbstätiger beispielsweise in Israel arbeitet im Durchschnitt 2.075 Stunden pro Jahr. Sein Arbeitslohn unterliegt dabei einer relativ niedrigen Steuerbelastung von 20,4%. In Schweden fällt die Steuerbelastung des Arbeitslohns mit 43,0% deutlich höher aus und ein Erwerbstätiger arbeitet im Durchschnitt nur 1.591 Stunden pro Jahr.

Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn die OECD-Daten zur Besteuerung von Arbeit den Zahlen des Conference Board zur durchschnittlichen Arbeitszeit eines 15-64 Jährigen (Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter) gegenübergestellt werden. Auch hier zeigt sich der oben festgestellte Zusammenhang: Länder mit geringeren Steuern auf Arbeit weisen im Durchschnitt höhere Arbeitsstunden der erwerbsfähigen Bevölkerung auf.

Dass der Zusammenhang zwischen niedrigerer Besteuerung von Arbeit und höheren jährlichen Arbeitsstunden auch hier hält, suggeriert, dass angesichts einer geringeren Steuerlast auf Arbeit nicht nur bereits Beschäftigte zusätzliche Stunden Arbeit verkaufen, sondern mehr Menschen als Anbieter auf dem Arbeitsmarkt zum Zuge kommen, wodurch die Arbeitslosenrate sinkt.

Geringere Steuern: Besseres Programm für Arbeitsplätze

Die internationalen Daten deuten darauf hin, dass es für die erfolgreiche Bekämpfung von Arbeitslosigkeit ein einfaches Mittel gibt: Eine Verringerung der steuerlichen Belastung von Arbeit. Eine Senkung der Einkommensteuerlast und der Last durch die Sozialversicherungsbeiträge würde es für Arbeitnehmer (die Anbieter von Arbeit) und Arbeitgeber (die Nachfrager von Arbeit) attraktiver machen, Arbeit zu tauschen. Wird mehr Arbeit getauscht, ist die Wahrscheinlichkeit für jeden einzelnen niedriger, dass er teilweise oder vollständig unfreiwillig arbeitslos ist. Zudem verwenden Menschen mehr Zeit auf produktive Tätigkeiten, durch die zusätzliche Güter und Dienstleistungen entstehen. Dabei wird niemand gezwungen, mehr zu arbeiten. Menschen reagieren freiwillig auf Veränderungen der (steuerlichen) Anreize.

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