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Private Ausgaben, staatliche Ausgaben und Friedmans vier Arten, Geld auszugeben

Die Beschäftigungsaffäre im Bayerischen Landtag mag finanziell von nachgeordneter Bedeutung sein. Sie verdeutlicht jedoch eindrucksvoll wie Menschen beizeiten mit Mitteln umgehen, die ihnen von anderen zur Verfügung gestellt werden. Wenn Individuen ihr eigenes Geld für sich selbst ausgeben, sind sie bei Kaufentscheidungen sehr darauf bedacht, sowohl die Kosten als auch die erfahrenen Nutzen in Betracht zu ziehen. Geben sie allerdings das Geld anderer aus, um Güter und Dienstleistungen für wiederum andere Menschen zu kaufen, sind sie nachlässig. Da Staatsdiener im Dienst immer das Geld anderer Menschen ausgeben, sollte uns nicht verwundern, dass es zu Verschwendungen kommt und gegebenenfalls zu fragwürdigen Ausgaben, von denen Freunde und Bekannte der Staatsdiener profitieren.

Die Kosten des Baus des Flughafens Berlin Brandenburg wurden ursprünglich mit etwa 2,4 Milliarden Euro veranschlagt. Derzeit werden die Gesamtkosten auf etwa 4,3 Milliarden Euro geschätzt. Diese Schätzung wird vielleicht schon bald abermals nach oben korrigiert werden müssen. In Hamburg sollte der Bau der Elbphilharmonie die Steuerzahler ursprünglich 77 Millionen Euro kosten. Kürzlich hat Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz bekanntgegeben, dass sich die Kosten für die Steuerzahler vermutlich auf 789 Millionen Euro belaufen werden. Obwohl die Kostensteigerung von rund 100% im Falle des Flughafens Berlin Brandenburg im Vergleich zu der Kostensteigerung von 900% im Falle der Elbphilharmonie weniger gravierend erscheint, sind die Planabweichungen in beiden Fällen erheblich. Wenn sich ein privater Bauherr um 100 bis 900% verschätzte, würde er vermutlich das Bauvorhaben in den meisten Fällen abbrechen müssen. Für öffentliche Bauherren gelten andere Regeln. Öffentliche Bauvorhaben werden nicht von denen geplant und durchgeführt, die am Ende die Rechnung begleichen müssen.

In einem Beitrag hat Milton Friedman vier Arten, Geld auszugeben, beschrieben. Erstens, wir geben unser Geld für unsere Zwecke aus. Wenn wir uns mit unserem Geld eine Mahlzeit kaufen, achten wir sowohl auf den Preis als auch auf die Qualität des Essens. Zweitens, wir geben unser Geld für andere aus. Kaufen wir für jemand anderen eine Mahlzeit, überlassen wir ihm gerne die Wahl des Essen, aber nicht ohne vorher eine Preisgrenze zu setzen. Drittens, wir geben das Geld anderer für unsere Zwecke aus. Kaufen wir uns von dem Geld anderer eine Mahlzeit, sind wir daran interessiert, ein uns geschmacklich zusagendes Essen auszuwählen, aber der Preis ist für uns zweitrangig. Viertens, wir geben das Geld anderer für Zwecke wiederum anderer Menschen aus. Kaufen wir für andere eine Mahlzeit, die nicht von uns bezahlt wird, schenken wir weder dem Preis noch der Güte des Essens sonderlich viel Beachtung im Vergleich zu der Situation in der wir unser Geld verwenden, um uns selbst ein Essen zu kaufen.

Staatsdiener verwenden häufig die Mittel der Masse der Steuerzahler, um damit Güter und Dienstleistungen für bestimmte Menschen zu kaufen. Im besten Fall sind sie dabei mehr oder weniger nachlässig. Im schlechtesten Fall bevorteilen sie sich selbst, Familienmitglieder oder Freunde. Es ist somit nicht verwunderlich, dass es vielen Steuerzahlern so vorkommt, als ob mit ihren Steuergeldern nicht besonders sorgfältig umgegangen wird. Wer Geld von einigen einsammelt, um damit Güter und Dienstleistungen für andere zu kaufen, hat keinen Anreiz, die Kosten zu minimieren.

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