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„Pro Marktwirtschaft“ impliziert nicht „Pro Unternehmen“

Wer sich für die Marktwirtschaft ausspricht, verteidigt nicht die Interessen von Unternehmern gegen Kunden und Arbeitnehmer. Wer sich für Marktwirtschaft ausspricht, steht für offene Märkte für Güter und Dienstleistungen ein. Auf offenen Märkten sind etablierte Anbieter dem für sie unangenehmen Druck potentieller neuer Anbieter ausgesetzt. Wie bereits Adam Smith vor über 230 Jahren bemerkte, sind etablierte Anbieter deshalb stets bestrebt, derzeitige und zukünftige Wettbewerber durch die Schaffung zusätzlicher Markteintrittsbarrieren davon abzuhalten, mit ihnen in Konkurrenz zu treten. Wird der Wettbewerb weniger intensiv, profitieren die Alteingesessenen, während die Kunden und potentiellen neuen Konkurrenten leiden. Wer sich für eine offene Marktwirtschaft einsetzt, setzt sich somit gegen eine Bevorzugung bereits etablierter Marktteilnehmer ein und damit gegen die Interessen von wettbewerbsscheuen Unternehmen, aber auch wettbewerbsscheuen Arbeitnehmern.

Märkte haben keine Interessen

Als Marktwirtschaft bezeichnen wir das soziale Konstrukt von Regeln, das den freiwilligen Tausch von privaten Gütern und Dienstleistungen zwischen Menschen mithilfe von Preisen strukturiert. Märkte haben keine Interessen. Individuen als Kunden, Arbeitnehmer und Vertreter von Unternehmen haben Interessen, die sie auf Märkten verfolgen.

Offene Marktwirtschaft: Keine Privilegien

Eine offene Marktwirtschaft gibt somit Menschen die Möglichkeit, ihre eigenen Interessen angesichts der Vorlieben, Fähigkeiten und Interessen anderer Marktteilnehmer bestmöglich zu verfolgen. In einer offenen Marktwirtschaft werden weder ausgewählten Unternehmen noch ausgewählten Arbeitnehmern besondere Vorteile eingeräumt. Das bis Januar 2013 über 75 Jahre lang geltende Verbot, Fernreisen per Bus zwischen deutschen Städten anzubieten, schützte die Deutsche Bahn vor Wettbewerbern und war mit dem Konzept einer offenen Marktwirtschaft nicht zu vereinbaren. Die Privilegien alteingesessener Apotheker sind es bis heute nicht. Auch der Schutz der beschäftigten Arbeitnehmer vor der Konkurrenz durch Arbeitsuchende durch Mindestlöhne, hohe tariflich festgesetzte Löhne und Kündigungsschutzregelungen ist mit der Idee einer offenen Marktwirtschaft nicht in Einklang zu bringen.

Auch Arbeitnehmer sind Unternehmer

Im deutschen Sprachraum ist es bezüglich des Vokabulars, mit dem wir Begebenheiten auf dem Arbeitsmarkt beschreiben, zu einer kuriosen Entwicklung gekommen. So bezeichnen wir Personen, die ihre Arbeit anbieten, als Arbeitnehmer. Unternehmen, die Arbeit nachfragen, bezeichnen wir jedoch als Arbeitgeber. Vielleicht trägt diese sprachliche Konvention dazu bei, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt verzerrt wahrgenommen wird. Unternehmer geben keine Arbeit. Unternehmer kaufen Arbeit ein, die ihnen von anderen Menschen angeboten wird. Wer seine Arbeit verkauft, wird ebenfalls unternehmerisch tätig. In einer offenen Marktwirtschaft sehen sich alle Unternehmer – ob sie Arbeit einkaufen oder verkaufen – der unbeschränkten Konkurrenz anderer Unternehmer gegenüber. Der Staat sollte keinem Unternehmer durch die Vergabe von Privilegien zusätzliche Möglichkeiten geben, sich dem für ihn unangenehmen Wettbewerb zu entziehen. Offene Märkte dienen nicht bestehenden Unternehmen. Offene Märkte dienen den Bürgern, die als Kunden davon profitieren, dass sich Unternehmer stets fürchten müssen, verdrängt zu werden.

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