Institute for Research in Economic and Fiscal issues

IREF Europe - Institute for Research in Economic and Fiscal issues

Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


von ,

Sozialversicherungsbeiträge: Wer trägt die Last?

Gemeinhin heißt es, Arbeitnehmer und Arbeitgeber würden sich die Beiträge zu den Sozialversicherungen teilen und deshalb zu gleichen Teilen die Last der Abgaben tragen. Weit gefehlt. Jeder Volkswirt lernt im ersten Semester, dass die Steuerlast eines Marktteilnehmers sich nicht nach der Höhe der von ihm abgeführten Steuer bemisst. Wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 50% des fälligen Betrages an die Rentenversicherung abführen, folgt daraus nicht, dass sie sich die Steuerlast teilen.

Man stelle sich vor, es müssten keine Sozialabgaben geleistet werden. Dann würden die Lohnkosten inklusive Lohnnebenkosten für Unternehmen sinken und die empfangenen Gehälter für Arbeitnehmer steigen. Sozialversicherungsbeiträge in Abhängigkeit vom Lohn wirken diesbezüglich wie jede andere Steuer. Wenn die Tabaksteuer abgeschafft würde, würden Raucher einen niedrigeren Preis für eine Schachtel Zigaretten bezahlen und die Verkäufer einen höheren Betrag pro Schachtel erhalten, weil der Steuerkeil entfernt wurde.

Die Größe des Steuerkeils entscheidet über die Höhe der Steuereinnahmen und somit die Last einer Steuer. Sozialversicherungsbeiträge, die vom Lohn abhängig sind, sind Steuern. Es sind keine freiwilligen Leistungen, für oder gegen die wir uns entscheiden. Die Größe des Steuerkeils bestimmt die Größe der Steuerlast. Je höher die Sozialversicherungsbeiträge desto größer die Last, die von den Marktteilnehmern getragen wird. Dabei ist es irrelevant, wer die Steuer abführt. Ob der Arbeitgeber 50% und der Arbeitnehmer 50% des Rentenversicherungsbeitrages an die Rentenkasse abführen oder der Arbeitgeber seine 50% zunächst dem Arbeitnehmer überweist, der dann die 100% an die Rentenkasse abführt, macht keinen Unterschied. Eine paritätische Aufteilung der Überweisungen hört sich vielleicht gerecht an, hat aber keine realen Auswirkungen. Die Steuerlast bleibt gleich.

Aber wer trägt die Steuerlast? Die Antwort auf diese Frage ist etwas verzwickter. Die Teilnehmer auf der Marktseite, die sensibler auf Lohnveränderungen reagiert, tragen einen größeren Anteil der Steuerlast. Wenn Arbeitgeber ihre Nachfrage nach Arbeitskräften relativ flexibel anpassen können und bei höheren Lohnkosten deutlich weniger Arbeitskräfte einstellen und die Arbeitskräfte ihr Angebot nicht sonderlich flexibel anpassen können und bei niedrigeren Nettolöhnen ihr Arbeitsangebot nur wenig verringern, tragen Arbeitnehmer mehr als die Hälfte der Steuerlast der Sozialabgaben, obwohl Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 50% der Beiträge überweisen. Die Überweisung der Beiträge und das Tragen der Steuerlast fallen jedoch nicht zusammen. Man möge bei der nächsten Gehaltsabrechnung daran denken.

Diesen Artikel teilen :

Ähnliche Artikel ...

Neue Daten: Wirtschaftliche Freiheit in Deutschland

Hohe Gewinne durch Beschäftigung von Geringqualifizierten?


Unternehmensinsolvenzen und die EZB

Erwartete Lebenseinkommen: Höher denn je



Eine Nachricht oder einen Kommentar hinterlassen?

Formular anzeigen

 css js

Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
S C H L I E ß E N

Monatlicher Newsletter.
Bleiben Sie stets informiert.