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Für wirtschaftliche Freiheit
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Steuern und produktive Tätigkeiten

Steuern haben reale Konsequenzen – für die Besteuerten, wie jeder Steuerzahler weiß, als auch für die Gesellschaft als Ganzes. Wenn produktive Aktivitäten durch die Belastung mit einer Steuer weniger attraktiv werden, gehen weniger Menschen produktiven Aktivitäten nach und jeder Einzelne passt den Umfang der ausgeübten produktiven Tätigkeiten nach unten an. Deshalb können Steuererhöhungen den Wohlstand einer Gesellschaft gefährden, denn dieser entsteht durch produktive Tätigkeiten der Mitglieder der Gesellschaft. In ihrem IREF Working Paper untersuchen Mina Baliamoune-Lutz und Pierre Garello , wie sich höhere Grenz- und Durschnittssteuersätze auf die Entscheidung potentieller Selbständiger auswirken.

Die vermeldeten Auswanderungsbestrebungen Gérard Depardieus, dem vielleicht bekanntestem Schauspieler Frankreichs, und Bernard Arnaults, dem wohlhabendsten Bürger Frankreichs, angesichts der drohenden Einführung höherer Grenzsteuersätze für Bezieher hoher Einkommen , haben sehr deutlich gemacht, dass Menschen auf Steuern und andere Hürden, die produktiven Tätigkeiten im Wege stehen, reagieren. Weitreichender als die vielfach diskutierten Entscheidungen einiger weniger prominenter Franzosen sind die Entscheidungen von Tausenden, weniger zu arbeiten, weniger Energie auf unternehmerische Tätigkeiten zu verwenden oder Frankreich ebenfalls den Rücken zu kehren .

Die Reaktion einer dieser entscheidenden Gruppen von Menschen auf verschiedene Durschnitts- und Grenzsteuersätze untersuchen Mina Baliamoune-Lutz und Pierre Garello in ihrem IREF Working Paper „ Tax Structure and Entrepreneurship “. Sie analysieren das Verhalten von neuen Selbständigen in 15 europäischen Staaten. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sowohl höhere Durschnitts- als auch höhere Grenzsteuersätze Selbständigkeit unterbinden. Sie finden jedoch ebenfalls Hinweise darauf, dass eine stärkere Steuerprogression – ein Anstieg des Grenzsteuersatzes in Abhängigkeit von der Höhe des Einkommens – sich lediglich negativ auf Selbständige auswirkt, die erwarten relativ hohe Einkommen zu erzielen. Wer relativ wenig verdient, für den ist zwar die Höhe des Durschnittssteuersatzes relevant, nicht aber die Höhe des Grenzsteuersatzes bei sehr hohem Einkommen. Eine starke Steuerprogression schreckt also gerade jene von der Selbständigkeit ab, die erwarten, relativ hohe Einkommen zu erzielen und wenige Möglichkeiten haben, ihre hohen Einkommen vor dem Fiskus zu verbergen.

Höhere Einkommensteuersätze treffen alle Unternehmer. Eine starke Steuerprogression – hohe Grenzsteuersätze auf höhere Einkommen – treffen vor allem die vermeintlich produktivsten Mitglieder der Gesellschaft. Gerade ihnen weniger Anreize zu geben, produktiven Tätigkeiten nachzugehen, kann nicht im Sinne des Steuergesetzgebers sein.

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