Institute for Research in Economic and Fiscal issues

IREF Europe - Institute for Research in Economic and Fiscal issues

Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


von ,

Tax Structure and Entrepreneurship

IREF Working Paper No. 201101: Mina Baliamoune-Lutz and Pierre Garello

2013 Veröffentlich in Small Business Economics

Die gegenwärtige Krise vereint zwei Komponenten: Hohe Schulden und niedriges Wachstum. Es ist keine einfache Lösung in Sicht. Politiker befinden sich in einer Zwickmühle. Sie benötigen höhere Steuereinnahmen und zur gleichen Zeit eine geringere Besteuerung, um Unternehmer zu ermutigen, deren Tatendrang der wichtigste Schlüssel zu mehr Wachstum ist.

Dieses Arbeitspapier widmet sich dem zweiten Problem, indem es die Mechanismen untersucht, durch die Besteuerung das Unternehmertum in der vergangenen Dekade in Europa beeinflusst hat. Dabei untersuchen die Autoren den Zusammenhang zwischen Besteuerung und dem Schritt in die Selbständigkeit, indem sie zwischen der durchschnittlichen Steuerlast und der Progression der Besteuerung unterscheiden.

In den meisten Fällen bestätigt die bestehende Literatur die Intuition: Gewinnsteuern haben einen negativ Effekt auf das Wachstum und Steuerprogression hemmt Unternehmertum. Dennoch herrscht keine Einigkeit. Es wurde beispielsweise argumentiert, eine progressive Besteuerung ermögliche eine Verringerung des Steuersatzes für das Median-Unternehmen. Wenn dieser Effekt ersteren dominiert, kann eine progressive Besteuerung einen positiven Effekt auf das Unternehmertum (und Wachstum) haben. In anderen Worten, der potentielle Unternehmer mag das System progressiver Besteuerung als einen Mechanismus ansehen, der zu einer höheren Steuerbelastung führt, wenn die Gewinne hoch sind und einer niedrigeren Steuerbelastung, wenn die Gewinne normal oder gering ausfallen. In diesem Fall fungiert progressive Besteuerung wie eine Versicherung, die interessant sein könnte, wenn der Unternehmer risikoavers ist.

Dieses Arbeitspapier zielt darauf ab, zu der Beseitigung der Uneinigkeiten beizutragen, indem es neue Selbständige in 15 europäischen Ländern studiert. Zukünftige Selbständige werden in Abhängigkeit von ihrem vorangehenden Einkommen in drei Gruppen eingeteilt. Die von den Autoren präsentierten empirischen Ergebnisse weisen darauf hin, dass höhere Durchschnitts- und Grenzsteuersätze Selbständigkeit unterbinden. Der Effekt der Steuerprogression hängt jedoch vom Einkommen des zukünftigen Selbständigen ab: Progression fungiert als Versicherung für Bezieher niedriger und mittlerer Einkommen und hat einen negativen Effekt auf Selbständige mit hohem Einkommen. Anders ausgedrückt, Progression fördert die Selbständigkeit von Menschen mit niedrigem Einkommen und hat die gegensätzliche Wirkung auf Menschen mit hohem Einkommen. Die Ergebnisse verändern sich nicht, wenn Einkommenssteuersätze und Sozialversicherungssätze berücksichtigt werden. Die Autoren finden, dass ein Rückgang der Progression um 1% zu 0,4% zusätzlichen Selbständigen führen würde.

Abschließend kann festgehalten werden, dass Steuerprogression zu der Selektion von Selbständigen beiträgt. Wohingegen eine geringe Progression diejenigen anzieht, die mit hohen Gewinnen rechnen, zieht eine geringe Progression diejenigen an, die weniger ambitioniert sind oder besser in der Lage sind, ihre Gewinne zu verbergen (durch Steuerhinterziehung oder Steuervermeidung). Es scheint deutlich zu sein, dass eine höhere durchschnittliche Besteuerung und stärkere Progression als Reaktion auf die derzeitige Krise auf Kosten der Unternehmer und des Wachstums gingen.

IREF Working Paper No. 201101: Mina Baliamoune-Lutz and Pierre Garello

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