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Taxing corporations: why it is not only bad, but unjust

Steuern auf Unternehmensgewinne sind sowohl ungerecht als auch ineffizient, argumentieren Pierre Bessard und Fabio Cappelletti vom Schweizer Liberalen Institut in einem neuen IREF Policy Paper. Die Autoren sprechen sich für eine Abschaffung von Körperschaftsteuern aus, weil sie zum einen grundsätzlichen Gerechtigkeitsansprüchen nicht gerecht werden und zum anderen ineffizienter sind als alternative Formen der Besteuerung. Juristische Personen können keine Steuerlast tragen, auch die Last einer Steuer auf Gewinne von Unternehmen tragen stets natürliche Personen - als Angestellte, Kunden, Geschäftspartner und Eigentümer. Da die Verteilung der Steuerlast auf die Stakeholder von Unternehmen ungewiss ist, erachten Bessard und Cappelletti eine direkte Besteuerung natürlicher Personen für gerechter als eine indirekte Besteuerung über juristische Personen. Nach Ansicht der Autoren ist die Besteuerung von Unternehmensgewinnen relativ ineffizient, weil sie umfangreiche ressourcenverschlingende Ausweichreaktionen der indirekt besteuerten Personen hervorrufen.

IREF Policy Paper No. 2016-1: Taxing corporations: why it is not only bad, but unjust

Körperschaftsteuern im engeren und weiteren Sinne

Eigentümer von Unternehmen und andere (potentiell) vertraglich mit Unternehmen verbundene Personen tragen die Steuerlast von Körperschaftsteuern im engeren Sinne, beispielsweise in Form einer Steuer auf Unternehmensgewinne. Sie tragen aber auch die Last von Körperschaftsteuern im weiteren Sinne, zu denen beispielsweise Steuern auf Umsätze ebenso zu zählen sind wie Einkommensteuern auf die Löhne von Beschäftigten. Die Besteuerung von Unternehmen beschränkt sich also nicht auf die als explizit als Körperschafsteuern ausgewiesene Steuern.

Bessard und Cappelletti weisen darauf hin, dass Steuereinnahmen durch Steuern auf Gewinne von Körperschaften in den meisten Ländern relativ gering ausfallen, nur selten mehr als 10 % der gesamten Steuereinnahmen ausmachen und in den meisten Fällen für einen deutlich geringeren Anteil verantwortlich zeichnen.

Während die Steuereinnahmen durch die Besteuerung von Körperschaftsgewinnen in den meisten Ländern relativ moderat ausfallen, können sich die zur Anwendung kommenden Steuersätze von Land zu Land deutlich unterscheiden. Deshalb hat die Gewinnbesteuerung einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidung hinsichtlich der Niederlassung von Unternehmen, so die beiden Autoren. Die Wirkung von Körperschaftsteuern im engeren Sinne mag also weitreichender sein als ihr Steueraufkommen vermuten lässt.

Ungerecht: Steuer auf Gewinne von Körperschaften

Bessard und Cappelletti führen mehrere Gründe ins Feld, die dafür sprechen, dass die Besteuerung von Körperschaftsgewinnen grundsätzlichen Gerechtigkeitsansprüchen nicht genügt. Ihr Kernargument ist, dass eine Steuer auf die Gewinne von Körperschaften verschiedene Personengruppen in ungewissem Umfang besteuert. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Last einer Gewinnsteuer ausschließlich von Unternehmenseignern getragen wird. So kann es beispielsweise zu einer ungewollten Besteuerung von Beschäftigten kommen, welche dazu beitragen kann, dass Bezieher relativ niedriger Lohneinkommen unter einer übergebührlichen Steuerlast in Form niedrigerer Löhne leiden.

Da die Last einer Steuer in der Regel nicht nur einer Personengruppe zufällt, lässt sich auch beispielsweise für eine Steuer auf Lohneinkommen oder auf Umsätze argumentieren, dass nicht gewiss ist, wie die Steuerlast auf verschiedene Personengruppen verteilt wird. Für Bessard und Cappelletti sowie gegen eine Steuer auf Körperschaftsgewinne spricht jedoch, dass durch die Besteuerung einer juristischen Person die Belastungen der betroffenen natürlichen Personen weniger direkt erfolgt und so möglicherweise die gewünschte Verteilung der Steuerlast verfehlt wird.

Körperschaftsteuer: Ineffizienter als andere Steuern

Neben Argumenten der Steuergerechtigkeit, die die Verteilung der mit der Erhebung von Steuern einhergehenden Last adressieren, ist zu berücksichtigen, wie hoch die Wohlfahrtsverluste einer Steuer ausfallen. Bessard und Cappelletti argumentieren, dass im Verhältnis zu den erzielten Einnahmen ressourcenvergeudende Ausweichreaktionen gerade im Fall von Gewinnsteuern hoch sind. Erstens, sie können die Wahl der Rechtsform beeinflussen und so dazu beitragen, dass weniger Unternehmen als juristische Personen geführt werden als optimal wäre. Zweitens, sie erhöhen die Attraktivität einer Fremd- versus Eigenkapitalfinanzierung und leisten so einem höheren Verschuldungsgrad und einem risikoreicheren Geschäftsgebaren von Unternehmen Vorschub. Drittens, Ausnahmeregelungen beispielsweise für Unternehmen verschiedener Branchen oder unterschiedlicher Größe ziehen unerwünschte Verzerrungen nach sich. Viertens, Unternehmen haben einen Anreiz Ressourcen für Lobbying einzusetzen, die aus gesellschaftlicher Perspektive vergeudet werden, weil sie für produktive Verwendungen nicht mehr bereit stehen.

IREF_Policy_Paper_No_2016-1: Taxing corporations: why it is not only bad, but unjust

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