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Unternehmen produzieren Güter, nicht Arbeitsplätze
Arbeit ist Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck

Der Zweck von Unternehmen besteht nicht darin, Arbeitsplätze zu produzieren. Im Rahmen von Unternehmen werden zwar Arbeitsplätze geschaffen, aber lediglich um Güter und Dienstleistungen zu produzieren. Im Zuge des Produktionsprozesses entstehen Arbeitsverhältnisse durch vertragliche Bindungen zwischen Vertretern von Unternehmen und Arbeitnehmern. Arbeitsplätze schaffen Arbeitnehmer und Arbeitgeber stets gemeinsam.

Der Einsatz von Arbeit ist dabei nur Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck. Unternehmen sind Orte, an denen wir freiwillig zusammen kommen, um miteinander die Bedürfnisse anderer Menschen zu befriedigen. Finden Mitglieder unserer Gesellschaft Wege, Güter und Dienstleistungen mit weniger Arbeitsaufwand zu produzieren, ist der dadurch herbeigeführte Wandel zu begrüßen und nicht durch die Rettung von alteingesessenen Unternehmen und der mit ihnen verbundenen Arbeitsplätze zu verhindern.

Hillary Clinton: "Unternehmen schaffen keine Arbeitsplätze"

Hillary Clinton, die ehemalige Außenministerin der USA, hat kürzlich Aufsehen erregt mit der Aussage, "lass Dir von niemandem erzählen, dass es Unternehmen sind, die Arbeitsplätze schaffen." Trotz Clintons Aussage lässt sich nicht von der Hand weisen, dass Unternehmen sehr wohl als Vertragspartner an der Schaffung von Arbeitsplätzen beteiligt sind. Deutsche Politiker scheinen sich diesbezüglich einig zu sein. Bei Zeiten gewinnt man jedoch den Eindruck, einem Unternehmen werde hierzulande die Rolle eines Produzenten von Arbeitsplätzen und nicht von Gütern und Dienstleistungen zugewiesen.

Eine Eigenart der deutschen Sprache mag zu der Wahrnehmung von Unternehmen als Produzenten von Arbeitsplätzen beigetragen haben. So werden Unternehmen als Arbeitgeber bezeichnet, obwohl sie Arbeit von ihren Mitarbeitern nehmen. Unternehmen kaufen Arbeit ein. Die als Arbeitnehmer bezeichneten Mitarbeiter hingegen geben Arbeit. Mitarbeiter verkaufen Arbeit.

Arbeit ist kein Selbstzweck

Käufer und Verkäufer von Arbeit kommen in Unternehmen zusammen und schaffen Arbeitsplätze, wenn sie versuchen, die Wünsche anderer Mitglieder der Gesellschaft — ihrer Kunden — zu erfüllen. Die Kunden der Unternehmen schätzen jedoch nicht die eingesetzte Arbeit an sich, sondern die produzierten Güter und Dienstleistungen, für die sie bezahlen. In den meisten Fällen wird der der Arbeit beigemessene Wert lediglich aus dem Wert abgeleitet, der dem Ergebnis der Arbeit zugeordnet wird. Ist das Produkt für uns besonders wertvoll, sehen wir indirekt auch die in dem Produkt steckende Arbeitsleistung als besonders wertvoll an— ob daraus ein relativ hoher Lohn resultiert, hängt davon ab, wie viele Menschen in der Lage und bereit sind, die notwendige Arbeit zu verrichten. Arbeit ist also meistens Mittel zum Zweck.

Wirtschaftspolitisches Ziel: Wandel zulassen

Sobald wir etwas mit weniger Ressourcen als zuvor produzieren können — wenn wir produktiver werden —, stellen wir uns besser. Das gilt für natürliche Ressourcen wie Öl oder Erdgas ebenso wie für die Ressource Arbeit. Können wir morgen mit dem gleichen Arbeitsaufwand wie heute mehr produzieren, stehen wir vor der Entscheidung, mehr, weniger, oder gleich viel zu arbeiten. In jedem Fall stellen wir uns besser.

Wer Unternehmen als Produzenten von Arbeitsplätzen wahrnimmt, mag geneigt sein, etablierte Unternehmen oder ganze Industrien vor drohender Konkurrenz schützen zu wollen, um bestehende Arbeitsplätze zu erhalten. Wer Unternehmen als Orte wahrnimmt, an denen Menschen zusammenarbeiten, um Güter und Services zu produzieren, ist weniger geneigt, Unternehmen oder ganze Industrien retten zu wollen. Denn anstatt der Arbeitsplätze stehen die Ergebnisse der Arbeit im Vordergrund des Interesses. Werden Ressourcen von anderen Marktteilnehmern in der Produktion effizienter, d.h. weniger verschwenderisch, eingesetzt, wird dieser schonendere Umgang mit den Ressourcen von Kunden belohnt. Die alteingesessenen Unternehmen samt der Arbeitsverhältnisse, an denen sie beteiligt sind, werden vollständig oder teilweise verdrängt. Die betroffenen Käufer und Verkäufer von Arbeit müssen sich nach Alternativen umschauen.

Für die Betroffenen in den alteingesessenen Unternehmen ist dieser Prozess schmerzhaft. Die zeitweiligen Unannehmlichkeiten Einzelner, die hierzulande durch Sozialversicherungen gemildert werden, gehen allerdings einher mit der fortwährenden Entdeckung weniger verschwenderischer Verwendungen von Ressourcen. Die Marktwirtschaft ist gerade robust, weil ineffiziente Unternehmen und die sie begleitenden Arbeitsverhältnisse durch effiziente Unternehmen immer wieder ersetzt werden können, ohne das gesamte System in Gefahr zu bringen. Setzt sich der Staat für die Rettung eines Unternehmens und der dort angesiedelten Arbeitsplätze ein, weil er Unternehmen als Produzenten von erhaltenswerten Arbeitsplätzen wahrnimmt, bringt er diesen Prozess ins Stocken. Verantwortliche Politiker nehmen die Rolle des Retters dankend an. So hatte Bundeskanzler Schröder seine Finger 1999 bei zeitweiligen Rettung des Bauunternehmens Philipp Holzmann AG im Spiel und die Bundesregierung Merkels hat zehn Jahre später der Adam Opel GmbH unter die Arme gegriffen.

Solche Eingriffe des Staates bevorteilen Mitarbeiter, Eigentümer und Gläubiger der geretteten Unternehmen. Den Schaden haben die Kunden und die Mitarbeiter, Eigentümer und Gläubiger der Unternehmen, die an einem schonenderen Umgang mit Ressourcen durch die Rettung gehindert werden. Gesamtgesellschaftlich wirken sich Unternehmensrettungen negativ aus, weil Ressourcen weiterhin nicht ihrer besten Verwendung zugeführt werden.

Arbeiten, um zu leben

Wir leben nicht, um zu arbeiten, und Unternehmen existieren nicht, um Arbeitsplätze zu produzieren. Was für einige offensichtlich ist, scheint bei anderen bei Zeiten in Vergessenheit zu geraten. Es ist wünschenswert, Menschen die Kooperation in Unternehmen so einfach wie möglich zu machen, nicht um möglichst viel zu arbeiten, sondern mit wenig Arbeitsaufwand möglichst viel von dem zu produzieren, was wir wertschätzen. Das Kommen und Gehen von Unternehmen samt der an sie gebundenen Arbeitsplätze in diesem Prozess ist zu begrüßen. Denn es spiegelt eine fortlaufende Umsetzung neuer Ideen und die wünschenswerte Anpassung an sich verändernde Vorlieben und Rahmenbedingungen wider.

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