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Wenn For-Profit nicht an Non-Profit Grenze endet
Auch Mitarbeiter von Non-Profit-Organisationen sind Profiteure

Organisationen ohne Gewinnerzielungsabsicht zeichnen sich dadurch aus, dass es keine Eigentümer gibt, die vom monetären Gewinn der Organisation profitieren könnten. Trotzdem gibt es Menschen, die von der Existenz der Non-Profit-Organisation profitieren. Darunter befinden sich die Mitarbeiter der Organisation, die von der Auszahlung ihrer Gehälter profitieren. Der Unterschied zwischen Organisationen mit Gewinnerzielungsabsicht und Organisationen, die dieses Ziel nicht verfolgen, lässt sich nicht auf die Mitarbeiter der unterschiedlichen Organisationen übertragen. Die Mitarbeiter sind hier wie dort Profiteure. Das sollte in Betracht gezogen werden, wenn Vertreter staatlicher Einrichtungen, die stets Non-Profit-Organisationen sind, sich für höhere Budgets für die eigenen Einrichtungen aussprechen.

For-Profit vs. Non-Profit-Organisationen

Private Unternehmen sind typische For-Profit-Organisationen. Die Eigentümer von Unternehmen bringen Menschen zusammen, die gemeinsam Produkte und Dienstleistungen erstellen. Haben die Eigentümer, bzw. ihre Stellvertreter, bei der Koordinierung der Aktivitäten der Mitarbeiter und dem Einsatz verwandter Ressourcen ein glückliches Händchen, bleibt ein in monetären Einheiten darstellbarer Gewinn übrig. Über diesen Gewinn können die Eigentümer des privaten Unternehmens mehr oder weniger frei verfügen, unabhängig davon, ob die Eigentümer natürliche oder juristische Personen sind.

Non-Profit-Organisationen haben keine natürlichen Personen als Eigentümer, an die monetäre Überschüsse ausgeschüttet werden könnten. Übersteigen beispielsweise die Einnahmen der Berliner Verkehrsbetriebe, der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten oder der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit ihre Ausgaben, gibt es keine natürlichen Personen, die davon profitieren und über die Verwendung der Überschüsse bestimmen könnten.

Non-Profit-Organisationen: Mitarbeiter als Profiteure

Selbstredend gibt es dennoch Menschen, die von Non-Profit-Organisationen profitieren. Sonst hätten sie keine Unterstützer und wären dem Untergang geweiht. Freiwillige Empfänger der Leistungen von Non-Profit-Organisationen profitieren, ebenso profitieren die Zulieferer von Non-Profit-Organisationen und es profitieren die Mitarbeiter von Non-Profit-Organisationen.

Die Attraktivität eines Jobs hat viele Aspekte. So entscheiden das Team, die Aufgaben, die Verantwortung, die Aufstiegschancen, die Jobsicherheit, die Örtlichkeit und auch das Gehalt über die subjektive Attraktivität eines Jobs. Das gilt für Jobs in Non-Profit-Organisationen ebenso wie für Jobs in For-Profit-Organisationen.

In beiden Arten von Organisationen profitieren Mitarbeiter von dem an sie ausgeschütteten Gehalt. Einige schätzen die übrigen Eigenschaften ihres Job so sehr, dass sie auch von jenen direkt profitieren. Andere entschädigt ihr Gehalt für die Unannehmlichkeiten ihres Jobs.

Profiteure sind Mitarbeiter in jedem Fall – unabhängig davon, ob sie in einer Non-Profit-Organisation oder in einer For-Profit-Organisation arbeiten.

Beispiel: Studenten 2014

Kürzlich haben in einer Umfrage von EY unter Studenten 30% angegeben, der Öffentliche Dienst sei eine für ihre beruflichen Pläne besonders attraktive Branche, gefolgt von der Wissenschaft mit 19%. Außerdem haben 61% angegeben, die Jobsicherheit sei hinsichtlich der Wahl des zukünftigen Arbeitgebers einer der wichtigsten Faktoren, gefolgt vom Gehalt bzw. möglichen Gehaltssteigerungen mit 59%.

Entscheiden sich Absolventen aufgrund der hohen Jobsicherheit und der guten Gehaltsaussichten für den Öffentlichen Dienst, sind sie zwar im Non-Profit Sektor angestellt, aber sind trotzdem Profiteure einer Non-Profit-Organisation.

Freiwillig finanzierte Non-Profit-Organisationen

Alle Non-Profit-Organisationen haben gemein, dass sie die von ihnen erzielten Gewinne nicht an Individuen ausschütten können. Allerdings werden Non-Profit-Organisationen auf unterschiedlichste Art finanziert. Grob lassen sich die direkt oder indirekt durch Steuergelder finanzierten Non-Profit-Organisationen von den freiwillig finanzierten Non-Profit-Organisationen unterscheiden.

Durch Spenden, Mitgliedsbeiträge oder andere freiwillige Zuwendungen von nicht-staatlichen Organisationen finanzierte Non-Profit-Organisationen haben einen Anreiz, Menschen, die ihre eigenen Mittel zur Verfügung stellen, von der Güte ihrer Leistungen zu überzeugen. Worten müssen Taten folgen, sonst ist die Finanzierung der Aktivitäten in Gefahr. Die Mitarbeiter freiwillig finanzierter Non-Profit-Organisationen sehen sich also externen Geldgebern gegenüber, vor denen sie die Verwendung der ihnen zur Verfügung gestellten Ressourcen rechtfertigen müssen.

Staatlich finanzierte Non-Profit-Organisationen

Bei Non-Profit-Organisationen, die staatlich sind oder aus staatlichen Mitteln finanziert werden, verhält es sich anders. In diesem Fall müssen sich die Mitarbeiter einer Organisation im Budgetprozess durchsetzen und sich lediglich vor den Mitarbeitern einer anderen staatlichen Non-Profit-Organisation für die Verwendung der bereitgestellten Ressourcen rechtfertigen. Die als Geldgeber auftretenden Steuerzahler sind an diesen Prozessen nicht unmittelbar beteiligt und haben nicht die Möglichkeit, einer bei ihnen in Ungnade gefallenen Organisation direkt die Mittel zu entziehen.

Sprechen sich Mitarbeiter staatlicher Einrichtungen für den Erhalt oder gar eine Ausweitung des Budgets ihrer eigenen Organisation aus, sollte stets bedacht werden, dass es sich bei diesen Fürsprechern um Profiteure der angepriesenen Non-Profit-Organisation handelt.

Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio

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