Institute for Research in Economic and Fiscal issues

IREF Europe - Institute for Research in Economic and Fiscal issues

Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


von ,

Wie Mindestlöhne in Deutschland gering qualifizierten Arbeitskräften aus EU-Partnerländern ihre Mobilität rauben

SPD und Grüne wollen einen allgemeingültigen Mindestlohn, die LINKE will ihn selbstverständlich und die CDU/CSU und FDP tun sich schwer, aber sprechen sich dafür aus. Es stehen 7,50 Euro oder 8,50 Euro im Raum. Es herrscht ein Konsens zwischen Ökonomen, dass ein wirksamer Mindestlohn Menschen in die Arbeitslosigkeit zwingt, aber Uneinigkeit herrscht zwischen den Ökonomen hinsichtlich des Ausmaßes. Aussagen dieser Art werden derzeit allerorts diskutiert. Nicht gesprochen wird über die Gruppe von Menschen, die die Einführung eines Mindestlohnes in Deutschland vermeintlich am härtesten trifft – Zuwanderer aus weniger wohlhabenden Ländern.

Ein wirksamer Mindestlohn hat einen positiven Effekt auf die Bezieher niedriger Einkommen, die nach der Einführung eines Mindestlohns ihre Arbeit behalten und mehr verdienen. Der Mindestlohn hat einen negativen Effekt auf Bezieher niedriger Einkommen, die durch seine Einführung ihre Arbeit verlieren. Ob der Effekt auf die Arbeitslosigkeit von Inländern eher gering oder eher stark ist, gilt es an dieser Stelle nicht zu diskutieren. Im Fokus des Interesses stehen hier Menschen, auf die die Einführung eines Mindestlohns beispielsweise in Deutschland eine indirekte Wirkung entfaltet, weil sie potentielle Zuwanderer nach Deutschland sind.

Während in Deutschland Mindeststundenlöhne von 7,50 Euro und mehr diskutiert werden, liegt der Mindestlohn in anderen EU Ländern deutlich unter diesen Werten: In Bulgarien bei 0,95 Euro, in Rumänien bei 0,92 Euro, in Ungarn bei 1,95 Euro, in Polen bei 2,21 Euro, in der Tschechischen Republik bei 1,91 Euro und in Portugal bei 2,92 Euro. Wer in diesen Ländern weniger als in Deutschland verdient oder arbeitslos ist, könnte Interesse haben, nach Deutschland auszuwandern, um seine Arbeitskraft für einen höheren Preis zu verkaufen. Angesichts von Nachteilen hinsichtlich der Sprache und der Qualifikation wird es für Zuwanderer ungleich schwieriger als für ihre deutschen Kollegen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, wenn man ihnen einen Mindestlohn von besipielsweise 7,50 Euro auszahlen muss.

Dem Maurer aus Polen, dem Friseur aus der Tschechischen Republik, dem Feldarbeiter aus Bulgarien und dem Lagerarbeiter aus Portugal verwehrt ein Mindestlohn auf dem deutschen Arbeitsmarkt den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt in einem wohlhabenderen Land, wenn die Mindestlohnhürde so hoch ist, dass er sie nicht mehr überspringen kann. In einem vereinten Europa sollten Einwohner unserer Partnerländer nicht für ihre Herkunft bestraft werden. Die Abwesenheit von Mindestlöhnen erlaubt es auch gering qualifizierten Arbeitskräften, mobile Europäer zu sein.

Diesen Artikel teilen :

Ähnliche Artikel ...

Neue Daten: Wirtschaftliche Freiheit in Deutschland

Hohe Gewinne durch Beschäftigung von Geringqualifizierten?


Unternehmensinsolvenzen und die EZB

Erwartete Lebenseinkommen: Höher denn je



Eine Nachricht oder einen Kommentar hinterlassen?

Formular anzeigen

 css js

Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
S C H L I E ß E N

Monatlicher Newsletter.
Bleiben Sie stets informiert.