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Wirtschaftliche Freiheit: Mittel gegen Korruption

Im nächsten Monat werden die Olympischen Spiele in Brasilien stattfinden. Wie schon zur Fußballweltmeisterschaft 2014 wird es zahlreiche Berichte über die weit verbreitete Korruption im Land geben. Leider nur wenig Aufmerksamkeit wird die in Brasilien nur schwach ausgeprägte wirtschaftliche Freiheit erfahren. Dabei gehen Korruption und wirtschaftliche Unfreiheit international tendenziell Hand in Hand.

In besonders stark von Korruption geplagten Ländern sind Menschen wirtschaftlich unfrei. In Ländern mit sehr hoher Transparenz sind Menschen wirtschaftlich frei. Allerdings finden sich auch Länder, in denen die wirtschaftliche Freiheit relativ hoch und Korruption dennoch ein großes Problem ist. Es gibt aber kein Land mit gleichzeitig niedriger wirtschaftlicher Freiheit und niedrigem Korruptionsniveau. Obwohl wirtschaftliche Freiheit kein Garant für ein niedriges Korruptionsniveau zu sein scheint, ist sie dennoch notwendige Voraussetzung für die Ausmerzung von Korruption und fördert wirtschaftliches Wachstum.

Korruption schlecht, wirtschaftliche Freiheit gut

Für die negativen Auswirkungen von Korruption gibt es viele empirische Hinweise. Korruption hat einen negativen Effekt nicht nur auf das Bruttoinlandsprodukt und das Wirtschaftswachstum, sondern auch auf den Umfang von Investitionen und die Lebenserwartung in einem Land. Die Beiträge zur empirischen Literatur zeichnen ein einheitliches, wenn auch nicht sonderlich überraschendes, Bild. Korruption ist deshalb nicht wünschenswert.

Während sich Korruption negativ auf Wachstum auswirkt, gibt es zahlreiche empirische Hinweise auf positive Effekte wirtschaftlicher Freiheit für wirtschaftliches Wachstum und das Niveau des Bruttoinlandsprodukts von Ländern. Je mehr Menschen unabhängig vom Staat über die Verwendung von Ressourcen entscheiden können, desto produktiver werden sie eingesetzt. Wirtschaftliche Freiheit ist deshalb wünschenswert.

Mehr wirtschaftliche Freiheit, weniger Korruption

Angesichts dieser Ergebnisse ist es nicht überraschend, dass in Ländern mit höherer wirtschaftlicher Freiheit Korruption tendenziell weniger verbreitet ist.

Der Corruption Perception Index von Transparency International hat sich als Maßstab für das Ausmaß des Machtmissbrauchs von mit Gemeinschaftsaufgaben betrauten Bürokraten, Politikern und Amtsträgern durchgesetzt. Er misst, wie sehr der öffentliche Sektor eines Landes als korrupt wahrgenommen wird. Je höher der Corruption Perception Index ausfällt, desto weniger ist Korruption ein Problem.

Der Economic Freedom Index des Fraser Instutes hat sich seinerseits als Maßstab für wirtschaftliche Freiheit durchgesetzt. Je höher der Wert des Economic Freedom Index, desto weitreichender ist die wirtschaftliche Freiheit in einem Land. Die im Rahmen des Economic Freedom Index gemessene wirtschaftliche Freiheit ist höher je (1) kleiner die Rolle des Staates ist, je (2) verlässlicher das Rechtssystem ist und sicherer die Eigentumsrechte sind, je (3) wertstabiler die Währung ist, je (4) einfacher grenzüberschreitender Handel ist, und je (5) weniger einschränkend staatliche Regulierungen wirken. Die so gemessene wirtschaftliche Freiheit ist am höchsten, wenn sich der Staat auf den Schutz von Personen und Eigentum sowie die Bereitstellung weniger öffentlicher Güter beschränkt.

Wirtschaftliche Freiheit kein Garant gegen Korruption

In den Ländern mit der geringsten wirtschaftlichen Freiheit ist Korruption ein massives Problem und Länder mit geringen Korruptionsproblemen weisen eine hohe wirtschaftliche Freiheit auf.

Es gibt jedoch auch Länder, in denen die wirtschaftliche Freiheit recht stark ausgeprägt und dennoch Korruption ein gravierendes Problem ist. Das gilt insbesondere für die Ländergruppe um Kambodscha, das zwar bezüglich der gemessenen wirtschaftlichen Freiheit ebenso gut abschneidet wie Schweden, in dem aber der öffentliche Sektor als wesentlich korrupter wahrgenommen wird. Zugleich gibt es kein Land, in dem wirtschaftliche Freiheit nur gering ausgeprägt und Korruption kein gravierendes Problem ist.

Diese Beobachtungen passen zu der von Milton Friedman bereits 1962 aufgestellten Hypothese, dass wirtschaftliche Freiheit eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für politische Freiheit ist ? dass es also keine politische Freiheit ohne wirtschaftliche Freiheit geben kann. Die Abwesenheit von Korruption kann als ein Element politischer Freiheit verstanden werden. Dass sich kein Land finden lässt, in dem die wirtschaftliche Freiheit niedrig und Korruption kein großes Problem ist, spricht für Friedmans These, dass politische Freiheit nicht zu haben ist, so lange vor allem der Staat über die Verwendung von Ressourcen entscheidet.

Wirtschaftliche Freiheit: Mittel gegen Korruption

Stark ausgeprägte wirtschaftliche Freiheit ist zwar nur notwendige Bedingung und kein Garant für wenig Korruption. Aber im Großen und Ganzen gibt es deutliche Hinweise darauf, dass mehr wirtschaftliche Freiheit zu weniger Korruption führt. Mögliche Ausnahmen bestätigen die Regel. So deuten Ergebnisse darauf hin, dass in reichen Ländern eine größere Rolle des Staates ? Punkt (1) in der obigen Liste ? nicht zu mehr Korruption führt. Andere Resultate implizieren, dass in armen Ländern striktere Regulierungen ? Punkt (5) in der obigen Liste ? Korruption reduzieren können.

Gemeinsam mit den vorliegenden empirischen Untersuchungen lassen die präsentierten Daten jedoch den Schluss zu, dass Gelegenheiten für korrupte Aktivitäten staatlicher Würdenträger nur in wirtschaftlich sehr freien Ländern nahezu eliminiert werden können. Wer sich weniger Korruption wünscht, sollte sich deshalb auch für mehr wirtschaftliche Freiheit aussprechen ? positive Wachstumseffekte wären als wünschenswerte Nebenwirkung zu erwarten.

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