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FastFacts: Privatschulen in Deutschland

Samstag 6. März 2021, von Alexander Fink, Fabian Kurz

Jahr für Jahr werden in Deutschland über 700.000 Kinder neu eingeschult. Zum Start der Schullaufbahn und beim Wechsel auf höhere Schulen stehen jedes Jahr viele Eltern vor der Wahl, auf welche Schulen ihre Sprösslinge gehen sollen. Im Vergleich zu den frühen 1990er Jahren besuchen heute deutlich mehr Schüler Privatschulen. Während 1992 nur 4,8 Prozent aller Schüler an allgemeinbildenden Schulen in privaten Schulen lernten, lag der Anteil im Jahr 2019 bei 9,2 Prozent.

Privatschüler: Hoher Anteil in Ostdeutschland

Ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, dass sich der Anteil von Privatschülern zwischen den Bundesländern deutlich unterscheidet. Während er in Schleswig-Holstein lediglich bei 5,5 Prozent liegt, besuchen in Mecklenburg-Vorpommern mit 12,1 Prozent anteilig mehr als doppelt so viele Schüler eine private Schule.

Auch insgesamt fällt ein Ost-West-Gefälle auf. Alle ostdeutschen Bundesländer weisen einen höheren Anteil von Privatschülern auf als der Bundesdurchschnitt. Mit Ausnahme von Bayern sind alle TOP-5 Bundesländer ostdeutsche Länder.

Der Trend der vergangenen Jahre zur Privatschule ist nach Ansicht des Statistischen Bundesamtes vor allem auf die Entwicklung der Privatschülerzahlen in Ostdeutschland zurückzuführen. So hat sich der Anteil der Privatschüler hier seit der Wiedervereinigung verzehnfacht.

Große Unterschiede zwischen den Schularten

Unter den Schulformen ist der höchste Privatschüleranteil mit 27 Prozent bei Abendgymnasien zu finden, gefolgt von Förderschulen mit 23 Prozent und Schulkindergärten mit 17 Prozent. Gymnasien und Realschulen liegen mit 12 Prozent leicht über dem Mittelwert aller Schulformen. Nur 6 Prozent aller Hauptschüler besuchen eine private Schule.

Warum Privatschule?

Einer Studie des DIW Berlin zufolge entscheiden sich einkommensstärkere und besser ausgebildete Eltern häufiger dafür, ihre Kinder auf Privatschulen zu schicken. Die Einkommensabhängigkeit ist den Ergebnissen nach in Ostdeutschland stärker ausgeprägt. In Ost- wie Westdeutschland besuchen mehr weibliche als männliche Schüler Privatschulen. Schüler mit Migrationshintergrund sind an Privatschulen unterrepräsentiert.

Deutschland im Mittelfeld

Zwar ist der Anteil der Privatschüler in Deutschland in den vergangenen Jahren gestiegen, doch im europäischen Vergleich liegt der Privatschüleranteil nur im unteren Mittelfeld.

Nach Daten von Eurostat besuchten 2018 in Deutschland 8 Prozent der Schüler des Primar- und Sekundarbereichs eine Privatschule. In der gesamten EU galt das für jeden fünften Schüler. Insgesamt zeigt sich, dass die Bedeutung von Privatschulen in Europa stark variiert. Den geringsten Privatschüleranteil in der EU mit gerade einmal 0,4 Prozent im Primar- und Sekundarbereich weist Irland auf. Mit 57 Prozent ist der höchste Privatschüleranteil in Belgien zu finden.

Im europäischen Vergleich ist für Privatschulen in Deutschland noch Luft nach Oben, trotz der Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Ob sich der Trend fortsetzen wird, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Entwicklung der Einkommen und ihrer Verteilung wird es auch auf die Qualität der Schulangebote der öffentlichen Hand und auf das Ausmaß der finanziellen Ausstattung freier Träger mit staatlichen Mitteln ankommen.

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