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Hochwasser, Hitze und Extremwetter - Werden extreme Naturereignisse immer tödlicher?

Dienstag 16. November 2021, von Alexander Fink, Florian Rösch

Der Klimawandel, die dazugehörige Klimakrise und deren Konsequenzen werden maßgeblich vom menschlichen Handeln beeinflusst. Zu diesem Ergebnis kommt nicht nur der Weltklimarat, der darüber hinaus zu dem Schluss kommt, dass die voranschreitende Erderwärmung nur noch mit großer Mühe aufzuhalten oder zu verlangsamen sei. Zusätzlich führe sie zu mehr Extremwetterereignissen und Umweltkatastrophen. Die Anzahl natürlicher Katastrophen nahm in den vergangenen Jahren klimabedingt deutlich zu. Zudem sind die wirtschaftlichen Schäden, die solche Ereignisse verursachen, gestiegen. Dabei trifft es laut Klima-Risiko-Index der Umweltorganisation Germanwatch vor allem ärmere Länder. Doch kein Land ist gegen die Risiken gefeit. Angesichts dieser Entwicklungen würde es nicht überraschen, wenn die Anzahl an Todesfällen durch klimabedingte Ereignisse in den letzten Jahren und Jahrzehnten zugenommen hätte und von Naturkatastrophen heute eine entsprechend größere Lebensgefahr ausginge. Ein Blick auf die Daten bestätigt das jedoch nicht.

Mehr klimabedingte Katastrophen

Die Emergency Events Database oder kurz EM-DAT des Centre for Research on the Epidemiology of Disasters der Université catholique de Louvain bietet eine Datenbasis, die ermöglicht, Katastrophen und deren Auswirkungen zu analysieren. Sie enthält Informationen zu verschiedenen Aspekten von Naturkatastrophen wie Typ der Katastrophe, betroffene Länder, Anzahl der Betroffenen und verursachte Todesfälle. Der Datensatz berücksichtigt Naturkatastrophen ab 1900, die entweder zehn oder mehr Tote gefordert haben, zu 100 oder mehr Betroffenen, zu einer Erklärung eines nationalen Notstandes oder dem Ruf nach internationaler Hilfe geführt haben. Vor allem die Daten für die frühen Jahre sind mit Vorsicht zu betrachten. Naturkatastrophen werden heutzutage deutlich besser und vollständiger aufgezeichnet.

Die Anzahl der erfassten Umweltkatastrophen nahm in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zu. Während in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die jährliche Anzahl erfasster Naturkatastrophen nahezu konstant auf einem niedrigen Niveau verharrte, kam es ab Mitte des letzten Jahrhunderts zu einem Anstieg, der sich bis heute fortsetzt. Die Daten zeigen, dass seit den 1970er Jahren die Anzahl der jährlich aufgezeichneten Naturkatastrophen von ca. 50 auf über 400 angestiegen ist.

In diesem Zeitraum kam es vor allem zu einem starken Anstieg klimabedingter Naturkatastrophen wie Überflutungen, Trockenheit, Extremtemperaturen und -wetterlagen. Hingegen stieg die Anzahl an Katastrophen wie vulkanische Aktivitäten oder Erdbeben nicht oder nur sehr schwach an.

Ein besserer Schutz vor der Natur

Trotz des verzeichneten Anstiegs der Anzahl an Naturkatastrophen sank die Zahl jährlicher Toter, die Katastrophen zum Opfer fielen. Die Anzahl an Toten sank von 540.000 jährlich während der 1920er Jahre auf ca. 45.000 jährlich - etwa 0,1 % der jährlichen weltweit Verstorbenen - in den 2010er Jahren, allerdings mit hoher Varianz der Zahlen für einzelne Jahre.

Dieser Abwärtstrend hat sich trotz des immensen Bevölkerungswachstums über diesen Zeitraum eingestellt. In den Jahren 2000 bis 2015 haben vor allem Erdbeben viele Todesopfer gefordert und nicht Katastrophen wie Dürren, Überflutungen oder Extremwetter.

Ein Grund für die gesunkenen Zahlen ist gewiss, dass wir heutzutage deutlich besser auf klimabedingte Katastrophen vorbereitet sind als noch vor 100 Jahren und schneller in einem Katastrophenfall reagieren können.

Mehr Katastrophen, aber nicht mehr Tote

Die Daten zeigen, dass die Anzahl an Naturkatastrophen zunahm, doch die Auswirkungen solcher Katastrophen nicht zu mehr Toten führten - und das trotz einer stark gewachsenen Weltbevölkerung. Die Zukunft wird zeigen, ob sich der Trend zu mehr und stärkeren Umweltkatastrophen wie prognostiziert verstetigt und höhere Todeszahlen die Folge sein werden oder die Menschheit Naturkatastrophen erfolgreicher trotzen und sich die Zahl durch sie verursachter Todesfälle weiter reduzieren wird. Ob letzteres gelingen wird, hängt neben den ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Erderwärmung maßgeblich von der Umsetzung von Maßnahmen zur Prävention vor Schäden durch Umweltkatastrophen ab, insbesondere in Entwicklungsländern.

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