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Kein Platz mehr in deutschen Städten?

Die Einwohnerzahlen deutscher Städte haben in den letzten Jahren deutlich zugelegt. Das wirft die Frage auf, ob in den Städten noch genug Platz für zusätzliche Bewohner ist. Die Antwort lautet ganz klar Ja. In den meisten deutschen Städten ist die Bevölkerungsdichte deutlich niedriger als in der am dichtesten besiedelten deutschen Stadt: München. Dass in München trotz der dichtesten Besiedelung im Vergleich zu anderen Städten 2017 relativ viele Wohnungen fertiggestellt wurden und die Stadt regelmäßig als lebenswerteste Stadt Deutschlands bewertet wird, deutet ebenso wie weitaus dichter besiedelte Städte im Ausland darauf hin, dass hinsichtlich der Bevölkerungsdichte auch in München das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.

Höchste Bevölkerungsdichte in München

Die Bevölkerungsdichte großer deutscher Städte variiert beträchtlich. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts für Ende 2017 zeigen, dass unter den 20 größten Städten die dicht besiedelste Stadt über vier mal so viele Einwohner pro Quadratkilometer aufweist wie die am dünnsten besiedelte Stadt.

In München lebten mehr als 4.500 Personen pro Quadratkilometer, während es in Münster nur knapp über 1.000 waren. Die nach München am dichtesten besiedelte Stadt war Berlin, mit bereits deutlichem Abstand gefolgt von Stuttgart, Frankfurt (Main) und Düsseldorf. Deutschlands zweitgrößte Stadt Hamburg taucht erst auf Platz 11 auf.

Lebten Menschen in Hamburg so dicht beieinander wie in München Ende 2017, hätte die Hansestadt 3,5 Millionen Einwohner und nicht wie derzeit 1,8 Millionen.

Noch Luft nach oben

Das Beispiel München illustriert aber nicht nur, dass in den meisten übrigen deutschen Städten noch reichlich Platz für zusätzliche Bewohner ist. Die Bauaktivität in München verdeutlicht zudem, dass bei etwas mehr als 4.500 Einwohnern pro Quadratkilometern das Potential noch nicht ausgeschöpft ist. Denn München gehörte auch 2017 zu den Großstädten mit den meisten Wohnungsfertigstellungen pro Einwohner - 2017 waren es unter den zehn größten Städten nur in Frankfurt (Main) mehr.

Dabei wird München regelmäßig zur lebenswertesten Stadt Deutschlands gekürt. Eine hohe Bevölkerungsdichte geht nicht zwangsläufig mit einer minderen Lebensqualität einher.

Agglomeration: Ursachen und Wirkungen

Das ist nicht überraschend, denn die örtliche Nähe zu anderen Personen macht Städte unter anderem wirtschaftlich attraktiv. Sie senkt die Transaktionskosten beim Tausch von Gütern, Dienstleistungen und Ideen. So erhöht die örtliche Nähe die Produktivität von Städtern und macht sie innovativer. Auch über den Arbeitsmarkt entfaltet sie Wirkung. Hier senkt Nähe die Matching-Kosten, indem sie sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern Zugang zu einer breiteren Palette an potentiellen Vertragspartnern bietet und für beide die Wahrscheinlichkeit erhöht, den richtigen Partner zu finden.

Städte sind also Bevölkerungsmagneten, weil sie ihren Einwohnern attraktive wirtschaftliche Möglichkeiten bieten. Lassen sich zusätzliche Personen in einer Stadt nieder, verstärken sie potentiell diese wirtschaftliche Magnetwirkung. Die Agglomeration zieht jedoch weitere Konsequenzen nach sich - positive und negative.

Eine höhere Bevölkerungsdichte geht einher mit weniger Emissionen von Schadstoffen pro Person. Sie bietet auch leichteren Zugang zu Annehmlichkeiten wie Parks, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Restaurants, Schulen oder Museen. Allerdings führt eine höhere Bevölkerungsdichte regelmäßig zu höheren Wohnkosten, die den positiven Effekten entgegenlaufen. Auf Faktoren wie Kriminalität, Gesundheit oder die Qualität öffentlicher Dienstleistungen kann sich die Bevölkerungsdichte positiv oder negativ auswirken.

Ob ausgehend von einem gewissen Niveau der Bevölkerungsdichte ein weiterer Anstieg die Lebensqualität von Städtern verbessert oder verringert, kommt auf das Zusammenspiel all dieser und weiterer Faktoren an und unterscheidet sich von Stadtbewohner zu Stadtbewohner.

Dichte: München international abgeschlagen

Dennoch demonstriert nicht nur der innerdeutsche Vergleich zwischen München und anderen Städten, sondern auch ein internationaler Vergleich beschränkt auf Metropolen in der Europäischen Union, dass es bei der Bevölkerungsdichte in deutschen Städten noch reichlich Luft nach oben gibt, ohne die Lebensqualität zu unterminieren.

Auf der Liste der Städte in der EU mit mehr als 500.000 Einwohnern taucht München als dicht besiedelste Stadt Deutschlands auf Platz 17 auf. In Städten wie Stockholm, Madrid und London leben mehr als 5.000 Menschen auf einem Quadratkilometer. In Kopenhagen sind es über 7.000, in Mailand über 8.000, in Barcelona über 16.000 und Paris Stadt steht mit über 20.000 Einwohnern pro Quadratkilometer an der Spitze.

Die fortschreitende Urbanisierung wird Deutschlands Städte also gewiss nicht bersten lassen und sollte durch eine wohnungsbaufreundliche Baupolitik ermöglicht und nicht behindert werden.

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