Institute for Research in Economic and Fiscal issues

IREF Europe - Institute for Research in Economic and Fiscal issues

Für wirtschaftliche Freiheit
und Steuerwettbewerb


Flashcode 2 url IREF - Institute for Research in Economic and Fiscal issues
Für wirtschaftliche Freiheit und Steuerwettbewerb
https://de.irefeurope.org/1376

von & ,

Krebs: Mehr Erkrankungen, aber bessere Heilungschancen

Weltweit erkranken zusehends mehr Menschen an Krebs, sowohl absolut als auch relativ zur Bevölkerungszahl. Im Jahr 2017 waren weltweit ca. 100 Millionen Menschen an einer Form von Krebs erkrankt - mehr als doppelt so viele wie im Jahr 1990. Deutschland ist in der Hinsicht keine Ausnahme, sondern weist im internationalen Vergleich eine hohe Erkrankungsrate auf, die sich weltweit vornehmlich auch in anderen reichen Ländern beobachten lässt. Die gute Nachricht ist allerdings: Obwohl mehr Menschen an Krebs erkranken, sterben in allen Altersklassen weniger Menschen daran. Dank weltweit steigendem Wohlstand profitieren immer mehr Menschen von den Früchten des medizinischen Fortschritts.

Weltweit mehr Krebserkrankungen

Seit 1990 ist der Bevölkerungsanteil, der an Krebs erkrankt ist, weltweit von 0,88 Prozent auf 1,36 Prozent im Jahr 2017 gestiegen. Insbesondere die älteren Generationen leiden an Krebs. Über-70-Jährige sind etwa sechsmal häufiger von Krebs betroffen als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Deutschland überdurchschnittlich häufig von Krebs heimgesucht

In Deutschland ist Krebs relativ weit verbreitet. 3,9 Prozent der Bevölkerung ist an Krebs erkrankt - die 9. höchste Rate der Welt. Die hohe Krebsrate Deutschlands passt allerdings in das Gesamtbild: Reichere Länder weisen höhere Krebsraten auf als ärmere. So ist mit 7 Prozent die höchste Erkrankungsrate in den USA zu finden, gefolgt von Kanada, Japan und Norwegen. Die niedrigste Krebsrate ist dagegen im Niger zu finden. Dort sind weniger als 0,2 Prozent der Bevölkerung erkrankt. Ebenso niedrige Raten finden sich in Gambia, Tschad, Elfenbeinküste, Südsudan, Äthiopien und Bangladesch.

Höhere Krebsrate in reichen Ländern

Die höheren Erkrankungsraten in reicheren Ländern können auf drei wesentliche Ursachen zurückgeführt werden. Erstens, viele Krebsformen entwickeln sich erst in späteren Lebensjahren. Da Menschen in reicheren Ländern länger leben, kommen dort mehr Menschen in ein Alter, in dem Krebs häufig auftritt. Auch die Folgen des individuellen Verhaltens, das zu Krebs beiträgt, wie etwa der Zigarettenkonsum, werden meist erst in höherem Alter sichtbar. So liegt in Deutschland das Durchschnittsalter für Lungenkrebspatienten bei 65 Jahren.

Zweitens, in reicheren Ländern ist von einer deutlich höheren Entdeckungsrate auszugehen. Dort sind die notwendige medizinische Ausstattung und das Fachpersonal für Krebsdiagnosen flächendeckend vorhanden, anders als in vielen ärmeren Ländern. Die tatsächliche Erkrankungsrate wird in Ländern wie dem Niger daher höher sein als die diagnostizierten Fälle suggerieren.

Drittens, bessere Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten führen dazu, dass weniger Erkrankte in reicheren Ländern sterben und damit „aus der Statistik fallen“. Eine höhere Erkrankungsrate kann daher Ausdruck verbesserter Überlebenschancen von Betroffenen sein.

Die höheren Erkrankungsraten in reicheren Ländern können also auf Gründe zurückgeführt werden, die kaum negativ zu bewerten sind: Höhere Lebenserwartung, höhere Entdeckungsrate und bessere Behandlungsmöglichkeiten. Erfreulicherweise genießen weltweit immer mehr Menschen ein längeres Leben und haben Zugang zu Krebsfrüherkennung und einer hochwertigen Behandlung. So paradox es klingt: Die weltweit steigenden Krebsfallzahlen sind auch Ausdruck einer erfreulich positiven wirtschaftlichen Entwicklung in vielen Teilen der Welt.

Überlebenschancen weltweit und in Deutschland gestiegen

Positiv ist auch die Entwicklung der Sterbefälle zu beurteilen. Denn die höheren Erkrankungsraten führen nicht dazu, dass auch die krebsbedingten Sterberaten steigen. Ein Blick auf deutsche Daten illustriert, dass das Gegenteil der Fall ist. In allen Altersgruppen pro 100.000 Einwohner sind die Todesfälle durch Krebserkrankungen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Besonders stark hat sich die Zahl verstorbener junger Krebspatienten reduziert. Starben im Jahr 1990 pro 100.000 Personen, die jünger als ein jahr sind, noch 3,9 an Krebs, waren es im Jahr 2016 nur noch 1,7. Auch im mittleren Alter hat sich die Sterblichkeit durch Krebs pro 100.000 Einwohner fast halbiert. Insgesamt hat sich die altersstandardisierte Sterblichkeit in Deutschland seit 1990 um mehr als ein Viertel reduziert.

Ähnlich Erfreuliches kann auch weltweit beobachtet werden. Im Jahr 1990 starben altersstandardisiert 142 von 100.000 Menschen an Krebs - im Jahr 2016 waren es noch 122. Diese erfreuliche Entwicklung verdeutlicht, dass nicht nur in besonders wohlhabenden Ländern wie Deutschland immer bessere Behandlungsmethoden den Patienten zur Verfügung stehen, sondern auch deutlich mehr Menschen in ärmeren Teilen der Welt.

Mehr Wohlstand: längeres Leben, bessere Behandlungsmöglichkeiten

Die Anzahl an Krebs Erkrankter steigt - eine Nachricht, die wir oft hören und uns traurig stimmt. Denn jeder Krebsfall ist eine schwere Bürde für die Betroffenen und ihre Familien. Doch es gibt vor allem deshalb mehr Krebspatienten, weil mehr Menschen einen höheren Wohlstand genießen. Marktwirtschaftliche Reformen haben nicht nur Millionen Menschen in den vergangenen Jahrzehnten aus bittererer Armut befreit, sondern ermöglichen immer mehr Menschen ein langes und gesundes Leben sowie gute Behandlungsmöglichkeiten im Falle einer Erkrankung. Dieser Fortschritt zeigt sich auch beim Krebs: Pro 100.000 Menschen sterben immer weniger daran. Die Heilungschancen waren noch nie besser.

Diesen Artikel teilen :

Ähnliche Artikel ...

Umweltdesaster DDR: Bitteres aus Bitterfeld

Operation Mangelwirtschaft: Gesundheitsversorgung in der DDR


Steigende Gesundheitsausgaben: Längere Leben schuld?

Working Paper: Zum Wohle der Patienten - Italiens Krankenhäuser im Wettbewerb



Eine Nachricht oder einen Kommentar hinterlassen?

Formular anzeigen

 css js

SCHLIEßEN

IREF Newsletter
Bleiben Sie stets informiert.

Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.