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Neues Working Paper: Zertifizierte Corona-Immunität als Ressource

In einem neuen IREF Working Paper diskutieren Autoren um David Stadelmann (Universität Bayreuth und IREF), wie der Umgang mit der Corona-Epidemie erträglicher gestaltet werden kann. In den Mittelpunkt ihrer Analyse stellen sie immunisierte Personen, von denen kein Übertragungsrisiko mehr ausgeht. Immune sind eine Ressource, die aktiv gesucht, gefunden, produziert und zertifiziert werden sollte, um sie auf dem Weg aus dem Lockdown einsetzen zu können, so die Autoren.

Immunität als Ressource

Die durch das Corona-Virus verursachte Erkrankung COVID-19 hat die meisten Länder weltweit erreicht. Die Krisenmaßnahmen ähneln sich: Ausgangssperren und Kontaktverbote schränken das öffentliche Leben ein. Der vom Virus verursachte gesundheitliche Schaden wird durch die Maßnahmen reduziert, doch diese haben mehr oder weniger offenkundige unerwünschte Nebenwirkungen - wirtschaftliche, gesellschaftliche und psychologische.

Die Autoren des Papiers argumentieren, dass für eine Einschränkung der Schäden verursacht durch das Virus und durch die ergriffenen Gegenmaßnahmen auch entscheidend ist, wie geschickt die Immunität Genesener eingesetzt wird. Personen, die die Krankheit überwunden haben, übertragen sie nicht und sind mit Antikörpern ausgestattet, welche sie nach heutigem Wissensstand zumindest für eine gewisse Zeit immun machen.

Ihre Immunität ist auf dem Weg zurück in die Normalität eine wertvolle Ressource, die es nach Ansicht der Autoren zu kultivieren gilt. Umfangreiche Tests sollten eingesetzt werden, um nach ihr zu suchen. Im In- und Ausland identifizierte Immune sollten zertifiziert werden, um ihnen den Wiedereinstieg ins wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben zu ermöglichen. Die Möglichkeit der Zertifizierung gebe zudem einen Anreiz, sich testen zu lassen und erlaube so, zusätzliche Einheiten der Ressource Immunität zu finden. Schließlich sehen die Autoren die Möglichkeit, dass sich Personen unter Aufsicht gezielt dem Risiko einer Infektion aussetzen könnten, um Immunität zu produzieren. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Anzahl immunisierter Personen und den Anteil wissentlich Genesener zu erhöhen. Dies würde ihnen ermöglichen, einen möglichst hohen Beitrag in der Gesundheitsversorgung und anderen gesellschaftlichen Bereichen zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen zu leisten.

Gesellschaftliche Kosten: Mögliche Nebenwirkungen

Spätestens durch die jüngsten Krisen seit 2008 ist bekannt, wie weitreichend die Konsequenzen von Wirtschaftskrisen sein können. Die Autoren verweisen auf das Risiko, dass gehäufte Unternehmenspleiten zu Bankenkrisen und diese zu veritablen Wirtschaftskrisen führen können. Gerade die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit spielt jedoch eine wichtige Rolle für ein belastbares und leistungsfähiges Gesundheitssystem sowie eine hohe Lebenserwartung der Bevölkerung. Kontaktverbote und Isolation haben also neben wirtschaftlichen Folgen auch gesundheitliche Konsequenzen. So weisen die Autoren auch auf negative psychologische Effekte von Isolationen hin, die unter anderem zu erhöhtem Stressaufkommen, Depressionen und Schlaflosigkeit führen könnten.

Den Autoren zufolge besteht in der aktuellen Situation das Risiko, dass Politiker vor allem die kurzfristig durch das Virus verursachten Kosten im Blick haben, aber nicht umgehend spürbare gesellschaftliche Kosten der Einschränkung des öffentlichen Lebens zu wenig Beachtung finden, auch weil sich Politiker gezwungen sehen, zu agieren und dabei im Zweifel auf Methoden zu setzen, die in anderen Regionen bereits beschlossen wurden und deshalb besser zu legitimieren sind.

Die Autoren plädieren dafür, derzeitige unangenehme Trade-offs anzuerkennen, kurzfristige sowie langfristige Kosten gesundheitlicher und gesellschaftlicher Natur zu berücksichtigen und zur Verfügung stehende Ressourcen wie die Immunität Genesener bestmöglich einzusetzen, um den Gesamtschaden der Epidemie so gering wie möglich zu halten.

Risikogruppen im Fokus

Das Virus und die Gegenmaßnahmen treffen nicht alle gleichermaßen. So ist die Mortalitätsrate bei Alten und Personen mit Vorerkrankungen besonders hoch, während Selbständige und Angestellte in der Gastronomie von den Gegenmaßnahmen stärker betroffen sind als verbeamtete Staatsdiener.

Gerade im Sinne der gesundheitlich und wirtschaftlich Vulnerablen ist es nach Ansicht der Autoren essentiell, die knappe aber nachwachsende Ressource Immunität effektiv einzusetzen. Im Mittelpunkt der Vorschläge der Autoren steht deshalb die Zertifizierung immuner Personen. Immunitätszertifikate würden es den Trägern erlauben, fremden Personen ihre Immunität anzuzeigen, was Voraussetzung dafür ist, dass die an sie gebundene wertvolle Ressource gesellschaftlich bestmöglich in der Phase des Ausstiegs aus dem Lockdown eingesetzt werden kann.

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