Wednesday, January 26, 2022
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Lebensmittelskandale, Zufälle und Kosten

von Alexander Fink

Pferdefleisch in Fertigessen, Bio-Eier, die keine sind, und Schimmelpilze im Futtermittel. Die Vorfälle häuften sich in den vergangenen Wochen. Neben allgemeiner Empörung sind insbesondere zwei Reaktionen auf die Neuigkeiten zu verzeichnen. Zum einen wird durch die in kurzer zeitlicher Abfolge aufgetretenden Ereignisse auf einen Trend hin zu mehr Lebensmittelskandalen geschlossen. Zum anderen wird nach mehr Kontrollen verlangt. Beide Schlussfolgerungen sind fraglich.

Wir neigen dazu, schnell Trends in gewissen Entwicklungen zu erkennen. Es ist somit nicht überraschend, dass einige nach dem Bekanntwerden der neuesten Missstände eine Entwicklung hin zu mehr Lebensmittelskandalen ausmachen. Sie missachten jedoch die vom Zufall gespielte Rolle. Die drei aufgedeckten Missstände sind voneinander unabhängig und so sollten sie auch betrachtet werden.

Auch der Ruf nach mehr Kontrollen ist nur menschlich. Ilse Aigner fordert mehr Kontrollen und der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure spricht sich für 1600 zusätzliche Kontrolleure aus. Vernachlässigt werden dabei die durch zusätzliche Kontrollen entstehenden Kosten. 1600 weitere Kontrolleure müssten bezahlt werden. Wenn Konsumenten gefragt werden, ob sie sich mehr Kontrollen wünschen, sollten sie auch stets gefragt werden, ob sie bereit sind, einen entsprechend höheren Preis für die kontrollierten Güter zu zahlen.

Kontrollen kosten. Je mehr Verstö?e bereits verhindert werden desto teurer ist es, die verbleibenden Verstö?e zu vereiteln. Die vollständige Ausmerzung von Missständen auf dem Markt für Lebensmittel ist ebensowenig anzustreben wie die vollständige Vereitelung von anderweitigen Vergehen – es wäre einfach zu kostspielig.

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